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Polizeiticker Leipzig Entrüstung nach Diebstahl von Herzapparat – Chirurgin: "Lebenswichtig für den Patienten"
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Entrüstung nach Diebstahl von Herzapparat – Chirurgin: "Lebenswichtig für den Patienten"
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15:09 20.02.2015
Herzchirurgin Sandra Eifert erklärt, wie das Gerät funktioniert. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Eine 23 Jahre alter, schwer herzkranker Mann aus Bad Düben, wollte sich am Mittwoch einen netten Abend mit Kinobesuch in Leipzig machen. Sein Auto parkte er in der Münzgasse. In seinem Wagen ließ er ein für ihn lebenswichtiges medizinisches Gerät im Wert von 2000 Euro zurück. Als Diebe später das Fahrzeug aufbrachen, nahmen sie auch diesen Apparat mit.

Für den Mann aus Bad Düben hätte der Verlust schlimme Folgen haben können. Sein Glück: Er trug ein zweites Gerät mit noch ausreichender Akkuleistung an seinem Körper. Chirurgin Sandra Eifert vom Herzzentrum Leipzig erklärt, wie wichtig das Gerät für den Patienten ist. In Leipzig benutzen rund 150 Leute so einen Herzhelfer.

So sieht der eingebaute Apparat aus.

Linksherzunterstützungssystem heißt das Gerät in der Fachsprache. "Es ist lebenswichtig für den Patienten", betont Medizinerin Eifert. Damit wird die Funktion der linken Herzkammer ersetzt. Zu Hause habe jeder Träger einen Prozessor mit Ladegerät. Aber wenn der Patient unterwegs sei, werde das künstliche Herz nur durch Batterien betrieben. "Die Akkus können zwischen vier und acht Stunden je nach Hersteller halten", erklärt die Herzchirurgin, die in der Ambulanz für Kunstherz-Patienten arbeitet. Dass ihr Patient einen weiteren Apparat mit sich führte, bewahrte ihn vor Schlimmerem. Träger ständen meist auf der Transplantationsliste und warteten auf ein Spenderorgan.

Die Ärztin glaubt, dass die Täter wahrscheinlich nicht wussten, was sie gestohlen haben. "Vielleicht haben sie gedacht, dass es einen Laptop oder einen Tablet PC in der Tasche gab", sagt sie. Mit ihrer Beute können die Diebe aber nicht viel anfangen. "Das gestohlene Gerät wieder zu verkaufen, wird sehr schwierig. Alle Batterien sind registriert und, wenn sie irgendwo auftauchen, finden die Firmen sie sofort", betont die Herzchirurgin.

Adeline Bruzat

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