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"Enttäuschte Liebe" - Angeklagter legt vor Amtsgericht vollumfängliches Geständnis ab

"Enttäuschte Liebe" - Angeklagter legt vor Amtsgericht vollumfängliches Geständnis ab

Jürgen Kohlen sprach von "enttäuschter Liebe", gar von einer "Hass-Liebe". Sein Mandant Oliver S. habe sich "sehr gekränkt" gefühlt, als ihm im Novem- ber 2013 die damalige On-Off-Freundin keineswegs den Vater ihres ungeborenen Kindes offenbaren wollte, so der Verteidiger.

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(Feature)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die anberaumte Aussprache in der Wohnung des Beschuldigten in der Gohliser Hölderlinstraße war völlig eskaliert.

"Leider trifft die Anklage im vollen Umfang zu", reichte Kohlen gestern am Amtsgericht das Geständnis seines Mandanten weiter. Oliver S., dem Freiheitsberaubung, Körperverletzung und versuchte Nötigung angelastet wurden, falle es schwer, "die richtigen Worte zu finden". Er sei "sprachlich nicht so versiert". Bislang räumte der Angeklagte, der die Schule mit dem Zeugnis der 7. Klasse verlassen und keinen Beruf erlernt hatte, die Vorwürfe nicht ein.

Laut Staatsanwalt Michael Höhle hielt Oliver S. die im dritten Monat Schwangere drei Tage gefangen, sperrte sie zeitweise im Bad ein, boxte gegen ihren Bauch, schlug und trat sie, versetzte ihr Kopfstöße. "Das ist menschenverachtend", sagte der Ankläger. Der jungen Frau, jetzt 20 Jahre alt, geht es nach den Worten ihrer Anwältin Eve Leupold "nach wie vor sehr schlecht". Aufgrund der posttraumatischen Belastungsstörung sei die Geschädigte, die als Nebenklägerin im Verfahren fungierte, noch in Behandlung. "Sie kann sich nicht in geschlossenen Räumen aufhalten, es müssen immer alle Türen offen sein", so die Opfer-Anwältin. Sie nahm dem Angeklagten aber ab, dass sein nunmehriges Geständnis "ernst gemeint war". Es ersparte der 20-Jährigen, inzwischen Mutter eines fast einjährigen Sohnes, die Aussage vor Gericht. Bis heute ist unklar, wer der Vater des kleinen Jungen ist. Die Geschädigte hatte S. damals bei der Polizei angezeigt - trotz seiner Drohung, ihr und ihrer Familie dann - mit dem Verweis auf seine Schusswaffe - etwas antun zu wollen.

Amtsrichterin Christine Ludewig sprach gestern von einem "brutalen Vorgehen" des Angeklagten, von seinem "unentschuldbaren Umgang" mit der Schwangeren. Es hätte sein Kind sein können. "Das hat ihn aber auch nicht davon abgehalten." Sie verhängte ein Jahr und drei Monate Haft - der Staatsanwalt wollte drei Monate mehr - und als Auflage 60 Stunden gemeinnützige Arbeit. Das Gericht folgte den Anträgen sowohl von Staatsanwaltschaft, Nebenklage als auch Verteidigung, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Sie hoffe, so die Richterin, dass es für den bereits vorbestraften Angeklagten "der letzte Warnschuss" sei und nicht der Startschuss für eine kriminelle Karriere. Oliver S. - er wurde gestern 22 Jahre alt - kam nach der Urteilsverkündung auf freien Fuß. Er saß gut einen Monat lang in Haft, weil er zum ersten Prozesstermin im Januar nicht erschienen war. Die Beziehung zum Opfer halte er für beendet - verkündete zumindest Verteidiger Kohlen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Sabine Kreuz

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