Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -7 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Erbschaftsstreit als Motiv? - Polizei sucht weiter den Mörder von Knauthain

Bluttat auf dem Pferdehof Erbschaftsstreit als Motiv? - Polizei sucht weiter den Mörder von Knauthain

Offenbar war ein Erbschaftsstreit das Motiv für den Mord an Rocco J. in Knauthain. Der mutmaßliche Täter wird weiter mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er stammt aus einem kleinen Ort am Attersee und wird von Nachbarn als unauffällig beschrieben.

In diesem Haus am Attersee lebte Hermann Haase bisher.
 

Quelle: Thomas Leitner

Leipzig/Wels.  Ist der Mörder von Rocco J. noch auf der Flucht oder ist er möglicherweise gar nicht mehr am Leben? Die Ermittler in Leipzig gehen derzeit von mehreren Varianten aus. „Täter reagieren unterschiedlich, es ist alles denkbar“, sagte Jana Friedrich, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Hermann Haase werde nach wie vor mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Inzwischen sind weitere Details über ein mögliches Motiv für die Bluttat bekannt geworden. Offenbar wollte der Österreicher den Pferdehof in Knauthain übernehmen. Laut Kronenzeitung war eine Freundin des mutmaßlichen Mörders an einem Erbschaftsstreit um die Anlage beteiligt, unterlag aber vor Gericht. Und noch etwas berichtet das Blatt: In dem bei der Staatsanwaltschaft abgegebenen Kuvert hätten sich die Autoschlüssel zum in Vöcklabruck zugelassenen Audi A 8 und Gerichtsakten zu dem Erbschaftsverfahren befunden. Staatsanwältin Friedrich wollte das nicht kommentieren. Zum möglichen Motiv sagte sie: „Wir werden dazu weder etwas bestätigen noch dementieren.“

Auf einem Pferdehof in Leipzig ist am 3. Dezember ein Mann erschossen worden.

Zur Bildergalerie

Haase stammt aus dem oberösterreichischen Dorf Buchkirchen. Dort leben nach LVZ-Informationen noch sein Vater, seine geschiedene Frau und sein Sohn auf einem Bauernhof. Der 50-Jährige selbst hat zuletzt aber in Nussdorf am Attersee, rund eine Autostunde von Buchkirchen entfernt, gewohnt. Sein Großvater war dort einst Gemeindearzt und hatte seiner Familie ein Haus hinterlassen. Darin wohnte der gesuchte Haase bis zuletzt im Erdgeschoss. Nachbarn aus dem gut 1000-Seelen-Dorf beschreiben ihn als unauffällig.

Geschäftlich hatte der 50-Jährige zuletzt wenig Glück. Ein Handel mit Landmaschinen lief nur wenig. „Ich habe die GmbH vor zwei Jahren übernommen“, sagte Walter Gegenleitner. Haase sei danach operativ nicht mehr tätig gewesen. Gegenleitner kennt seinen Geschäftspartner seit 20 Jahren. Die Bluttat von Knauthain sei für ihn „unerklärlich“.

Auch im Umfeld des Opfers Rocco J. herrscht Entsetzen und Ratlosigkeit. Von einem Erbschaftsstreit oder anderen privaten Schwierigkeiten konnten weder Freunde noch Insider aus dem Umfeld des Gestüts etwas berichten. „Um die Buchhaltung und das Finanzielle hat sich ohnehin seine Frau gekümmert“, so ein enger Bekannter.

Am Montag unternahm die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes auf dem Gelände des Gestüts Messungen mit einem speziellen 3D-Scanner. Damit kann der Mord auch zu einem späteren Zeitpunkt detailliert rekonstruiert werden. Weshalb der Hightech-Einsatz nötig war, obwohl der Tatablauf als geklärt gilt, wollten die Behörden nicht kommentieren.

Die Polizei in Leipzig sucht seit Sonntag  per Öffentlichkeitsfahndung nach Hermann Haase. Er befindet sich seit der Tat am vergangenen Donnerstag auf der Flucht.

Von Matthias Roth/Frank Döring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr