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Erleichterung in Leipzig: Die Fliegerbombe in Gohlis wurde um 22.50 Uhr entschärft

Erleichterung in Leipzig: Die Fliegerbombe in Gohlis wurde um 22.50 Uhr entschärft

Leipzig. Die in Leipzig gefundene Fliegerbombe ist entschärft. Um 22.50 Uhr am Donnerstagabend gelang es Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, den Zünder des Sprengkörpers zu entfernen.

Die Sperrung um den Fundort in Leipzig-Gohlis werde mit sofortiger Wirkung aufgehoben, die rund 1500 evakuierten Bewohner könnten in ihre Häuser zurückkehren, teilte Polizeisprecher Uwe Voigt am Abend mit.

„Wir haben den Zünder nach dem Säubern relativ einfach locker bekommen. Er hat sich sehr bequem rausdrehen lassen“, sagte Jörg Lange, Truppführer der Kampfmittel-Spezialisten aus Dresden gegenüber LVZ-Online. „Die Bombe war zum Glück nicht gestaucht, alles hat reibungslos funktioniert“, so Lange.

Die Experten standen wegen eines drohenden Unwetters am Abend unter Zeitdruck. „Dies hätte im Extremfall zu einem Abbruch führen können“, erklärte der Bombenentschärfer. Doch bereits nach knapp 20 Minuten konnte der gefährliche Einsatz an der Lindenthaler Straße erfolgreich abgeschlossen werden. Die 250 Kilogramm schwere Bombe sollte noch am Abend abtransportiert und zur Vernichtung in die Kampfmittelzerlegeeinrichtung Zeithain bei Riesa gebracht werden.

Zuvor war die Polizei mehrere Stunden lang damit beschäftigt, die Anwohner rund um den Fundort der Bombe in Sicherheit zu bringen. Gegen 18 Uhr wurde damit begonnen, alle Häuser im Umkreis von etwa 500 Metern zu räumen, darunter auch drei Altenpflegeheime und der Kaufland-Markt an der Georg-Schumann-Straße.

Nicht alle Anwohner seien sofort einsichtig gewesen, berichtete Polizeisprecher Voigt. Einige Mieter wollten ihre Unterkünfte nicht räumen. Andere Menschen waren wegen Krankheiten aus eigener Kraft dazu nicht fähig und mussten auf Sanitäter warten.

Ein Teil der rund 1500 evakuierten Personen wurde in eine der vier eingerichteten Notunterkünfte, drei Schulen und eine Kirche, gebracht. Viele kamen auch bei Verwandten oder Freunden unter.

Arbeiter einer privaten Firma, die auf der Baustelle eines Seniorenheims an der Lindenthaler Straße nach Kampfmitteln gesucht hatten, waren am Donnerstagvormittag auf die Fliegerbombe gestoßen. Die Polizei wurde um 11.13 Uhr benachrichtigt. Sofort sperrten sie den Bereich zwischen Georg-Schumann- und Eisenacher Straße weiträumig ab. Rund um die vielbefahrene Magistrale im Leipziger Norden kam es deshalb zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Durch das Grönemeyer-Konzert in der Red Bull Arena waren die Straßen noch voller als gewöhnlich. Zeitweise staute sich der Verkehr bis auf die Autobahn 9 zurück.

Über den Sperrkreis hinaus wurde ein Luftschutzbereich mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet, in dem etwa 5000 Personen wohnen. Am Abend fuhren die Einsatzkräfte in Lautsprecherwagen durch die Straßen und wiesen die Bewohner mit Durchsagen darauf hin, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Polizeisprecher Uwe Voigt dementierte bereits am frühen Abend Berichte, wonach geplant gewesen sein soll, die Bombe zu sprengen, weil sich diese in einem schlechten Zustand befinde. Zur Sicherheit wurden jedoch Strohballen um die Fundstelle herum aufgestapelt. „Wenn etwas passiert wäre, sollte es so wenig Schaden wie möglich geben“, erklärte der Polizeisprecher. Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte fast den ganzen Tag über rund um die Fundstelle der Bombe vor Ort.

Robert Nößler / Evelyn ter Vehn / Matthias Roth

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