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Ermittler werten Youtube-Video von Schießerei auf der Eisenbahnstraße aus

Rocker-Mord Ermittler werten Youtube-Video von Schießerei auf der Eisenbahnstraße aus

Rund 20 Männer laufen auf ein Lokal zu, dann fallen Schüsse. Bei Youtube ist ein Video von der tödlichen Auseinandersetzung zwischen Hells Angels und United Tribuns in Leipzig aufgetaucht. Es zeigt: Auch von Polizisten ließen sich die Rocker nicht abhalten.

Der Moment, bevor Schüsse fallen: Ein Youtube-Video zeigt die Auseinandersetzung zwischen Hells Angels und United Tribuns (rechts im Bild) auf der Leipziger Eisenbahnstraße.
 

Quelle: dpa / Youtube

Leipzig. Nach der tödlichen Schießerei zwischen Rockern der Hells Angels und United Tribuns auf der Leipziger Eisenbahnstraße werten die Ermittler einen Youtube-Clip von der Tat aus, der am Wochenende ins Internet gestellt wurde. „Das Video ist uns bekannt und könnte ein weiteres Beweismittel sein“, sagte am Montag Jana Friedrich, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage von LVZ.de. Da der Filmer als wichtiger Zeuge in Betracht komme, werde er dringend gesucht, sagte sie.

In dem 36-sekündigen Clip ist die brutale Auseinandersetzung zwischen den beiden Rockerclubs am 25. Juni von der gegenüberliegenden Straßenseite mit einem Handy gefilmt worden. Es zeigt, wie rund 20 United Tribuns in der Eisenbahnstraße auf ein Lokal zulaufen, vor dem sich eine Gruppe Hells Angels versammelt hat. Einer der Tribuns tritt zunächst in Richtung der Höllenengel, dann fallen aus deren Reihen deutlich hörbar sieben Schüsse. Ein Polizist, der direkt daneben steht, wird zur Seite gedrängt.

Flucht in den Park

Einer der von Schüssen getroffenen Tribuns geht schwer verletzt zu Boden. Ein Hells Angel tritt ihn anschließend noch mehrmals gegen den Kopf. Bei dem Opfer handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den 27-jährigen Veysel A., der später im Krankenhaus verstarb. Die anderen Tribuns flüchten zu Fuß in den angrenzenden Park am Otto-Runki-Platz, verfolgt von zahlreichen Hells Angels. Zwei von ihnen wurden durch Schüsse ebenfalls schwer verletzt. Inzwischen sitzen zwei Hells Angels wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Für die Ermittler ist das Video deshalb so wichtig, weil es auch bei einem möglichen Prozess durch „Inaugenscheinnahme“ verwendet werden könnte, wie Staatsanwältin Friedrich erklärte. „Die Aufnahmen wurden von uns gesichert. Bei Youtube wurden zudem die Bestandsdaten des Nutzers abgefragt“, so Friedrich. Die Ermittler erhoffen sich von dem Hochlader namens „Le Gamer“ auch eine Original-Aufnahme, die schärfer und eventuell auch länger ist. In dem Youtube-Video sind wegen der geringen Auflösung die Personen nur schwer zu identifizieren.

Nach Einreiseverbot: Rocker machen Bogen um Leipzig

Das bis Montagmorgen, 6 Uhr, von der Stadt verhängte Einreiseverbot für Rocker, welches befürchtete Racheakte verhindern sollte, zeigte am Wochenende Wirkung. Es seien keine Vorkommnisse und auch keine auswärtigen Mitglieder oder Anwärter der Hells Angels, Red Devils und United Tribuns im Stadtgebiet registriert worden, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt.

Hunderte Polizisten hatten die Durchsetzung seit Freitag sichergestellt. Dabei wurden laut Voigt flexible Kontrollstellen an Ausfallstraßen und Knotenpunkten, wie am Völkerschlachtdenkmal oder der Neuen Messe eingerichtet. Zudem bewachte die Polizei die Eisenbahnstraße und das Clubhaus der Hells Angels in der Dessauer Straße. Auch ein Polizeihubschrauber war am Samstag im Einsatz, um die Kräfte aus der Luft zu unterstützen, wie Voigt bestätigte.

Von Robert Nößler

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