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Ermittlungen nach Freefight-Abend in Leipzig – Ulbig: Rechtsextreme unter den Kämpfern

Flaschenwürfe und Drohungen Ermittlungen nach Freefight-Abend in Leipzig – Ulbig: Rechtsextreme unter den Kämpfern

Aufgrund von Flaschenwürfen und fingierten Bombendrohungen gibt es Ermittlungen nach einem Freefight-Abend in Leipzig. Eine Gegendemo verlief indes friedlich.

1000 Menschen demonstrierten am Samstag gegen den „Imperium Freefight Championship“, an dem laut Innenminister auch Rechtsextreme teilnahmen.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nach dem umstrittenen Freefight-Event am Samstagabend im Leipziger Kohlrabizirkus, bei dem laut Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) auch Rechtsradikale kämpften, ermittelt die Polizei in vier Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung und Störung des öffentlichen Friedens. Wie Sprecher Andreas Loepki am Montag gegenüber LVZ.de erklärte, wurde einer der Täter bereits identifiziert. Der 42-jährige Besucher des „Imperium Fighting Championship V“ habe eine Flasche in Richtung von Gegendemonstranten geworfen und sei deshalb von den Beamten festgenommen worden.

Während die Tat des 42-Jährigen für die Demonstranten folgenlos blieb, verletzte ein anderer Flaschenwurf am Samstag aber auch einen Blogger des Magazins „Die Zeit“. Der Täter konnte in diesem Fall unerkannt flüchten, die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Darüber hinaus registrierten die Beamten am Samstag zwei Bombendrohungen gegen den Kohlrabizirkus, die sich letztlich aber als falsch herausstellten. „Wir ermitteln in diesem Fall wegen Störung des öffentlichen Friedens“ so Loepki weiter.

Keine Ermittlungen wegen Transparent am Gebäude

Ob ein Transparent mit der Aufschrift „Imperium Unbreakable“, das am Samstag auf dem Kohlrabizirkus angebracht wurde, illegal war, ist bisher noch unklar. Es liege bisher keine Anzeige vom Besitzer und Veranstalter dagegen vor. Auch ein vermeintlicher rechtsextremer Angriff von 20 bis 30 Personen auf den Techno-Club „Institut für Zukunft“ (ifz) im Keller des Kohlrabizirkus in der Nacht zum Samstag werde nicht weiterverfolgt, hieß es. „Die Schlüsse, die dazu in der Pressemitteilung des ifz gezogen wurden, waren einfach völlig falsch“, so der Polizeisprecher am Montag. Die Mitarbeiter des Techno-Clubs hatten unter anderem berichtet, dass die Angreifer mit Eisenstangen bewaffnet gewesen seien und dass sich einige von ihnen aus Richtung der Freefight-Halle Zutritt zu den Atelier- und Studioetagen des ifz verschafft hatten.

Die Beamten gehen davon aus, dass die Club-Mitarbeiter lediglich Sicherheitskräfte des Freefight-Events gesehen haben, die im Gebäude tätig waren. Die Sicherheitskräfte der umstrittenen Veranstaltung selbst beanstandeten am Freitag eine angebliche Sachbeschädigung an einem Stromkasten im Kohlrabizirkus. Im erweiterten Umfeld des Gebäudes nahm die Polizei deshalb Personalien von drei Personen auf, bei denen eine als linksextremer Straftäter bekannt gewesen sei.

Die Veranstaltung selbst und die Gegenproteste blieben insgesamt ohne Zwischenfälle. Gegen die fünfte Ausgabe des Freefight-Events waren am Samstag etwa 1000 Menschen auf die Straße gegangen. Grund für die Proteste waren mutmaßlich rechtsradikale Verbindungen von Kämpfern und Organisatoren. Teilweise wurden die Befürchtungen auch von den Behörden bestätigt. „Der Staatsregierung liegen Erkenntnisse vor, dass sich unter den Kämpfern der Veranstaltung ‚Imperium Fighting Championsship V‘ am 27. August 2016 in Leipzig einzelne Rechtsextreme befinden“, hatte Innenminister Ulbig kurz vor der Veranstaltung auf Anfrage von Linken-Politikerin Juliane Nagel erklärt. Zudem berichtet Ulbig, dass Erkenntnisse über Hooligans der Kategorie B und C aus dem Umfeld der Fanszene von Lokomotive Leipzig vorliegen, die an der Veranstaltung teilnehmen wollten.

Von mpu

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