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Ermittlungen nach Tod von drogenabhängiger Mutter und Sohn in Gohlis fast abgeschlossen

Ermittlungen nach Tod von drogenabhängiger Mutter und Sohn in Gohlis fast abgeschlossen

Ein Jahr ist es her, da machten Polizisten in einer Wohnung im gutbürgerlichen Leipziger Stadtteil Gohlis einen grausigen Fund. Sie entdeckten in der Nacht zum 17. Juni die verwesenden Leichen einer jungen Frau und eines Kleinkindes.

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Nach dem Tod einer drogenabhängigen Frau und ihres zweijährigen Sohnis in Leipzig-Gohlis stehen die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Nachbarn hatten die Polizei wegen eines widerlichen Gestanks alarmiert. Es handelte sich um eine 26-jährige Drogensüchtige und ihren zwei Jahre alten Sohn. Die Familie war längere Zeit vom Allgemeinen Sozialen Dienst ASD betreut worden.

Im April 2012 war die Frau beim ASD erschienen um mitzuteilen, dass sie mit ihrem neuen Lebensgefährten umziehen wolle. Seither hatte sich das Amt nicht mehr um sie gekümmert. Wie die Ermittlungen ergaben, starb die im dritten Monat schwangere Frau an einem Drogenmix aus Heroin und Kokain. Der kleine Junge verdurstete neben seiner toten Mutter.

Stadt setzt inzwischen auf "engmaschigere Betreuung"

Nach dem Drogentod der jungen Leipzigerin und dem qualvollen Ende ihres Sohnes stellte die Stadt die Arbeit des Jugendamtes und des Allgemeinen Sozialen Dienstes - wohl auch auf den öffentlichen Druck hin - auf den Prüfstand. Zwar räumten die damalige Leiterin des ASD und der frühere Jugendamtsleiter ihre Posten. Offiziell wurde das allerdings nicht mit dem Tod der drogenabhängigen Mutter in Verbindung gebracht.

Und ein Jahr danach, was hat sich verändert? Die Stadt Leipzig ließ ein Gutachten erarbeiten. Es habe Veränderungen bei den Abläufen gegeben. Familien mit Kindern, in denen illegale Drogen konsumiert oder substituiert werden, bekämen als Risikogruppe eine engmaschigere Betreuung, sagte die amtierende Leiterin des ASD, Sabine Eberdt.

Sobald eine solche Familie bekannt sei, werde ein Schutzkonzept für betroffene Kinder erarbeitet, an dem ein Drogenspezialist mitarbeitet. „Darin ist genau festgelegt, wer macht was. Wer informiert wen.“ Schließlich werde noch enger mit der Drogenberatung zusammengearbeitet.

Strafrechtliche Bewertung noch ungeklärt

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Anwohner hatten die Rettungskräfte zur Wohnung im Stadtteil Gohlis-Süd gerufen.

Quelle: Christian Nitsche

Etwas ist Eberdt ganz wichtig: Bevor ein Fall für beendet erklärt wird, gibt es noch einmal eine Fallreflexion. Das heiße, der zuständige Sozialarbeiter schaue mit anderen Experten noch einmal auf das Geschehen, bevor die Akte geschlossen wird. „Es gibt aber keinen hundertprozentigen Schutz“, stellte Eberdt klar. „Für uns ist es aber wirklich wichtig, den höchstmöglichen Schutz für die Kinder dieser Stadt vorzuhalten und umzusetzen.“

Ein Jahr lang untersuchte die Staatsanwaltschaft den tragischen Fall. Die Großmutter des Jungen hatte Anzeige gegen mehrere Personen, darunter Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), wegen Totschlags durch Unterlassen gestellt. „Die Ermittlungen sind fast abgeschlossen“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Zu den Ergebnissen machte er aber keine Angaben. Auch nicht darüber, ob jemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird. Eine strafrechtliche Bewertung stehe noch aus.

Gitta Keil, dpa

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