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Polizeiticker Leipzig Bluttat in Waffenverbotszone: Syrer niedergestochen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Bluttat in Waffenverbotszone: Syrer niedergestochen
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15:26 05.12.2018
Mit Schildern wird die Waffenverbotszone an der Eisenbahnstraße markiert. Quelle: Sabine Kreuz
Leipzig

Erste Bluttat in der seit einem Monat bestehenden Waffenverbotszone: Am Dienstagabend gegen 20.50 Uhr ist ein 25-jähriger Syrer vor einem Döner-Imbiss in der Leipziger Eisenbahnstraße niedergestochen worden. Wie die Polizei auf LVZ-Anfrage mitteilte, soll es zuvor zu einer Auseinandersetzung mit einem unbekannten Mann gekommen sein. Dieser habe den Syrer mit einem spitzen Gegenstand, vermutlich einem Messer, im Bereich der Schulter erheblich verletzt.

Eine Polizeistreife, die gerade an der Kreuzung Eisenbahnstraße/Hermann-Liebmann-Straße unterwegs war, wurde von einem Zeugen alarmiert. Als die Beamten am Tatort eintrafen, war der Schwerverletzte nicht vernehmungsfähig, hatte mindestens eine stark blutende Wunde. Die Verletzungen waren derart schwer, dass der Syrer nach einer Erstversorgung vor Ort zur intensivmedizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde. Noch am Abend wurde er notoperiert.

Die Polizei sperrte den Tatort ab, damit Kriminaltechniker mögliche Spuren sichern konnten. Eine Befragung von umherstehenden Schaulustigen brachte nach Angaben der Behörde keine Hinweise zur Tat und zum Täter. Nun ermittelt die Kripo wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bei Kontrollen 20 Messer sichergestellt

Die Waffenverbotszone war am 5. November eröffnet worden. Rund um die Eisenbahnstraße sind nunmehr jede Art von Schusswaffen, Messer, Schraubendreher, Hämmer, Äxte, Beile, Baseballschläger, Reizgas oder Elektroschocker verboten. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 10 000 Euro. In den ersten vier Wochen stellte die Polizei bei 40 Kontrollen neun strafrechtliche Verstöße gegen das Waffengesetz und acht Verstöße gegen die Bestimmungen der Waffenverbotszone fest.

Das Gebiet der Waffenverbotszone an der Eisenbahnstraße. Quelle: LVZ

So wurden 384 Personen überprüft, 20 Messer, ein Tierabwehrspray und weitere drei als gefährlich eingestufte Gegenstände wie Schere oder Schraubendreher sichergestellt. Die Verbotszone gilt als Versuch, die öffentliche Sicherheit rund um die Eisenbahnstraße zu verbessern. In dem Viertel ereignen sich nach Polizeiangaben jedes Jahr rund 600 Straftaten, darunter zahlreiche Gewaltdelikte.

Zeugenhinweise zu dem aktuellen Fall nimmt die Kriminalpolizei in Leipzig, Dimitroffstraße 1, unter der Rufnummer 0341 96646666 entgegen.

Von Frank Döring

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