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Polizeiticker Leipzig Explosion in Döner-Imbiss in Leipzig – Ermittler prüfen Anschlag
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Explosion in Döner-Imbiss in Leipzig – Ermittler prüfen Anschlag
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16:58 05.08.2018
Nach der Explosion stand der Döner-Laden in der Oststraße 60 in Leipzig-Reudnitz komplett in Flammen. Quelle: Einsatzfahrten Leipzig
Leipzig

Meterhohe Flammen schlugen aus den Fenstern, die Trümmer flogen bis zu 25 Meter weit. Eine schwere Explosion hat in der Nacht zum Sonntag einen Döner-Imbiss im Leipziger Stadtteil Reudnitz-Thonberg komplett verwüstet. Zwei Bewohnerinnen des darüberliegenden Mehrfamilienhauses wurden verletzt. Die 30 und 34 Jahre alten Frauen erlitten nach Polizeiangaben Rauchgasvergiftungen und kamen ins Krankenhaus.

Gegen 3.15 Uhr waren die Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Oststraße 60 durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden. Wie die Polizei mitteilte, breitete sich danach schnell Feuer in dem bereits geschlossenen Lokal im Erdgeschoss aus und es entwickelte sich starker Qualm.

Eine schwere Explosion hat einen Döner-Imbiss in der Oststraße in Leipzig-Reudnitz völlig zerstört. Zwei Bewohnerinnen des darüberliegenden Mehrfamilienhauses mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Mieter vom Balkon gerettet

Einige Mieter der oberen Etagen flohen in höchster Not auf ihren Balkon und mussten von Polizeibeamten beruhigt werden, bis Einsatzkräfte der Feuerwehr sie mit einer Drehleiter retteten. Insgesamt waren 50 Feuerwehrleute an dem Löscheinsatz beteiligt. Sie konnten auch ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern.

Das gesamte Gebäude wurde ebenso wie das links angrenzende Wohnhaus evakuiert. Etwa 20 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen. Das betroffene Mehrfamilienhaus ist laut Polizei bis auf Weiteres nicht begehbar. Die Bewohner kamen vorerst bei Bekannten oder Verwandten unter. Wann sie wieder in ihre Wohnungen können, war am Sonntag zunächst noch unklar. Auch ein Statiker kam dem Vernehmen nach inzwischen zum Einsatz und begutachtete die bei der massiven Explosion entstandenen Schäden.

Kripo ermittelt – verdächtige Person am Tatort

Noch in der Nacht nahm die Kripo die Ermittlungen auf. Auch ein Spürhund kam zum Einsatz. Die Ermittler prüfen, ob jemand vorsätzlich einen Anschlag auf das Lokal verübt hat. Wie von der Polizei zu erfahren war, soll in der Nacht eine Person in unmittelbarer Tatortnähe gesehen worden sein, die womöglich mit der Explosion in Verbindung stehen könnte. Bisher ist es nach Angaben des Behördensprechers aber nicht zu einer Festnahme gekommen. Aktuell liegen der Polizei zufolge auch keine Hinweise aus dem Umfeld des Döner- und Kebab-Lokals vor, die auf ein mögliches Anschlagsmotiv hindeuten könnten.

Klar ist bisher: Ein technischer Defekt wird angesichts der Spurenlage und der bisher vorliegenden Zeugenaussagen weitestgehend ausgeschlossen. „Nach derzeitigem Kenntnisstand wird von einer fahrlässigen beziehungsweise vorsätzlichen Herbeiführung ausgegangen“, erklärte Polizeisprecher Andreas Loepki am Sonntag. Experten der Tatortgruppe des Landeskriminalamts Sachsen unterstützten die Ermittlungen vor Ort. Die Feuerwehr barg aus dem völlig zerstörten Lokal mehrere Propangasflaschen. Diese wurden sichergestellt. Ob sie die Explosion verursachten, ist noch nicht bekannt.

Oststraße vorübergehend gesperrt

Durch die Wucht der Detonation wurden nach Polizeiangaben Trümmerteile etwa 25 Meter weit geschleudert. Auch auf dem Gehweg gegenüber des Imbisses lagen noch Glassplitter verteilt. Die Fassade des Lokals war am Morgen rußgeschwärzt.

Die Oststraße wurde zwischen Riebeckstraße und Robert-Volkmann-Straße bis zum Nachmittag voll gesperrt. Die Buslinien 60 und 70 mussten bis etwa 15 Uhr umgeleitet werden, wie die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mitteilten. Nach Abschluss der Untersuchungen gab die Polizei die Straße und den Kreuzungsbereich an der Riebeckstraße wieder frei. Der Fußweg vor dem betroffenen Döner-Imbiss hingegen bleibe gesperrt.

Von Robert Nößler und Frank Döring

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