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Fälschlich gestürmte Wohnung im Leipziger Westen: Polizei irrt sich in der Etage

Fälschlich gestürmte Wohnung im Leipziger Westen: Polizei irrt sich in der Etage

Die Leipziger Polizei hat sich bei dem verfehlten Einsatz am Sonntag in der Etage geirrt. Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) stürmten gegen 8 Uhr auf der Suche nach einem bewaffneten Mann eine Wohnung im Westen der Stadt.

Leipzig. In der Unterkunft lebt aber eine junge Frau, die mit dem gesuchten Täter nichts zu tun hat. Sie musste von einem Arzt versorgt werden und lasse sich auch weiter psychologisch betreuen, erklärte Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski. Die Mieterin sei krankgeschrieben und werde von ihren Eltern betreut.

Hintergrund der Panne war eine Zeugenaussage. Eine Frau hatte sich vor dem Polizeieinsatz in einem Krankenhaus mit einer Kopfwunde versorgen lassen. Den Ärzten sagte sie, ihr Freund habe mit einer Pistole auf sie eingeschlagen. Die Klinik verständigte daraufhin die Polizei.

Den Beamten nannte die Verletzte die Adresse und Etage der Wohnung des mutmaßlichen Schlägers. „Jeder zählt Stockwerke aber anders, einige mit Erdgeschoss und einige ohne“, berichtete Wawrzynski. Hinzu sei gekommen, dass sich an den Wohnungstüren keine Namensschilder befanden. Dadurch hätten die Beamten ihren Irrtum auch in letzter Sekunde nicht mehr korrigieren können.

Wawrzynski besuchte noch am Sonntag die nach dem Polizeizugriff unter Schock stehende Frau und deren Vater. „Ich bedauere ausdrücklich den Verlauf des Polizeieinsatzes und garantiere das lückenlose Aufkommen der verursachten Schäden“, kündigte der Polizeipräsident an.

Auf seinem Schreibtisch lägen inzwischen die Einsatzberichte. Die Akten erhalte nun die Staatsanwaltschaft. Sie müsse prüfen, ob sich die Beamten wegen fahrlässiger Körperverletzung und Hausfriedensbruch verantworten müssen. Hinzu käme eine mögliche disziplinarrechtliche Ahndung des Einsatzes.

Von dem gesuchten Mann mit der Pistole fehle indes jede Spur. „Wir suchen ihn immer noch“, so Wawrzynski.

Bereits im Dezember 2005 war die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in der Arthur-Hoffmann-Straße mit Maschinenpistolen in eine falsche Wohnung gestürmt. Die damals 18-jährige Bewohnerin hatte dabei einen Nervenzusammenbruch erlitten. Das Domizil der gesuchten mutmaßlichen Rauschgifthändlers befand sich indes eine Etage tiefer.

mpu/mro

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