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Fahrlässige Tötung: Anklage gegen Firmenchefs nach Busunglück bei Leipzig

Stadtrundfahrt-Unternehmen im Fokus Fahrlässige Tötung: Anklage gegen Firmenchefs nach Busunglück bei Leipzig

Nach dem Brand eines Busses im Jahr 2014 bei Leipzig sind die Ermittlungen abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen fünf Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung.

Der ausgebrannte Bus am 22. November 2014 auf der B 95: Ein 78-Jähriger verletzte sich so schwer, dass er im Krankenhaus starb, etliche weitere Insassen wurden verletzt. Jetzt sollen die Verantwortlichen der Firma vor Gericht.
 

Quelle: Thomas Kube

Leipzig.  Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand eines Ausflugsbusses südlich von Leipzig sind die Ermittlungen abgeschlossen. Wie die LVZ erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Beschuldigte jeweils wegen des Tatvorwurfs der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in 24 Fällen erhoben. Vor dem Amtsgericht Leipzig sollen sich die beiden Geschäftsführerinnen (33, 57) des Busunternehmens sowie ein Mann (60), der als faktischer Geschäftsführer anzusehen sei, verantworten, teilte Staatsanwältin Jana Friedrich auf Anfrage mit. Beschuldigt sind ebenfalls der an jenem Tag eingesetzte Busfahrer (56) und ein Kraftfahrzeugsachverständiger (51), der einige Wochen vor dem Vorfall den betroffenen Bus geprüft haben soll.

Rückblick: Am 22. November 2014 gegen 15.40 Uhr gerät ein Doppelstockbus des Leipziger Stadtrundfahrt-Unternehmens Royal London Bus GmbH auf der B 95 bei Rötha in Flammen. 26 der 29 Insassen des Busses werden mit Verletzungen in Kliniken in Leipzig, Zwenkau, und Borna eingeliefert. Das Fahrzeug, Baujahr 1989, brennt vollständig aus. Nach anderthalb Stunden haben Feuerwehrleute die Flammen gelöscht, gegen 22.45 Uhr kann das Wrack geborgen werden. Unter den Verletzten befindet sich auch ein 78-jähriger Mann, der zusammen mit Freunden an dem Geburtstagsausflug teilnahm. Er erliegt wenige Tage nach dem Unfall im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Fortan ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft auch wegen eines Tötungsdelikts.

Bereits kurz nach dem Brand, der aufgrund eines technischen Defekts ausgebrochen sein soll, waren Vorwürfe gegen das Leipziger Busunternehmen laut geworden. So hatten sich die Insassen, unter denen sich auch ein Baby und zwei weitere Kinder befanden, erst in letzter Minute aus dem brennenden Fahrzeug befreien können. Zeugen sagten damals aus, dass eine klemmende Tür im hinteren Bereich des Busses die rechtzeitige Evakuierung verhinderte, sodass Fahrgäste selbst die Tür mit Gewalt aufbrechen mussten und teilweise Rauchgasvergiftungen erlitten. Ein Verantwortlicher des Unternehmens hatte die Anschuldigungen jedoch zurückgewiesen. Alle Busse der Flotte würden regelmäßig gewartet und vom TÜV geprüft, ein Fahrzeug mit klemmender Tür dürfe gar nicht erst starten. Auch das Leipziger Ordnungsamt, das die Genehmigung für Stadtrundfahrt-Busse erteilt, hatte selbst nach dem Unglücksfall keine Sicherheitsbedenken. Und doch gab es auch in jüngster Zeit Pannen: Erst Anfang dieses Monats war aus einem Doppeldecker-Bus in Schleußig, Plagwitz und Zentrum-West Öl ausgelaufen, was für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt hatte (die LVZ berichtete).

Die genauen Hintergründe des Unglücks im Jahr 2014 sollen nun beim Prozess vor einem Schöffengericht geklärt werden. Termine für die Hauptverhandlung sind bislang aber noch nicht bestimmt, teilte ein Gerichtssprecher am Freitag auf Anfrage mit.

Von Frank Döring

Leipzig 51.339695 12.373075
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