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Fahrlässige Tötung in Leipzig: Notarzt nach Tod von Patient vor Gericht

Fahrlässige Tötung in Leipzig: Notarzt nach Tod von Patient vor Gericht

Ein Notarzt aus Leipzig muss sich seit gestern wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten. Bei der Erstversorgung eines Unfallpatienten in der Südvorstadt soll der 52-Jährige am 12. Juni 2013 einen gravierenden Fehler begangen haben, in dessen Folge der 48-Jährige wenige Tage später im Krankenhaus gestorben sei.

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(Symbolfoto)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Staatsanwältin Tanja Lötschert warf dem Mediziner vor, bei der Beatmung des Verunglückten nicht erkannt zu haben, dass der Tubus in die Speise- statt Luftröhre eingeführt worden war. Denn entgegen dem medizinischen Standard habe der Notarzt eine Kohlendioxidmessung unterlassen, aufgrund derer er die Fehllage hätte umgehend bemerken können und korrigieren müssen, so die Staatsanwältin. Todesursache sei der durch den Sauerstoffmangel bedingte irreparable Hirnschaden. Bei der Kollision mit einem Pkw an der Kreuzung von Bernhard-Göring- und Kurt-Eisner-Straße hatte der 48-jährige Motorradfahrer, ein Bauunternehmer, schwerste Verletzungen erlitten. Ein Unterschenkel war abgetrennt worden. "Es war der absolute Wahnsinn", sagte gestern ein damaliger Rettungssanitäter. Es sei einer der schlimmsten Unfälle in seiner langjährigen Tätigkeit gewesen.

Der Notarzt wies jedoch die Schuld von sich. Verteidigerin Constanze Dahmen erklärte: "Die Tubus-Fehllage war für meinen Mandanten nicht erkennbar." Grund: In den Einsatzwagen am Unfallort habe es keine Beatmungsgeräte gegeben, mit denen auch eine Kohlendioxidmessung möglich gewesen wäre. Ihr Mandant sei bereits seit 2005 als Notarzt tätig, habe etwa 5200 Einsätze absolviert. Er sollte ursprünglich 9000 Euro Strafe zahlen, hatte gegen den Strafbefehl aber Einspruch eingelegt.

Trotz mehrstündiger Beweisaufnahme blieb die Ausstattung von damaligem Notarzt- und Rettungswagen unklar, so dass Richterin Claudia Webers bei der Prozessfortsetzung am 1. April noch mehrere Zeugen vernehmen will. Ein Gutachter sagte gestern, dass zum Zeitpunkt des Unfalls für die Rettungswagen schon längst Geräte mit Kohlendioxidmessung vorgeschrieben waren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2015

Sabine Kreuz

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