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Familie terrorisiert - mutmaßlicher Stalker vor Leipziger Landgericht

Familie terrorisiert - mutmaßlicher Stalker vor Leipziger Landgericht

Bedrückende Szenen gestern am Landgericht: Maria O. (24) hat gewaltige Angst vor ihrem Ex-Partner - keinesfalls möchte sie in seiner Gegenwart als Zeugin aussagen.

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Im Landgericht wird über die Schuldfähigkeit von Alexander H. geurteilt.

Quelle: dpa

Leipzig. Denn Alexander H. ist psychisch krank - mittlerweile so schwer, dass die Staatsanwaltschaft ihn für nicht schuldfähig hält.

In diesem Zustand soll der 35-Jährige seine frühere Lebensgefährtin, mit der er einen vier Jahre alten Sohn hat, deren Familie, seine eigene Mutter sowie auch völlig Unbeteiligte terrorisiert und auch verletzt haben. So geht es im Sicherungsverfahren gegen den einstigen Gastwirt nun um die Frage, ob er weiterhin gefährlich für die Allgemeinheit ist und deshalb längerfristig in einer psychiatrischen Einrichtung - im Maßregelvollzug - untergebracht werden muss.

Die 5. Strafkammer des Landgerichts gestattete der Frau deshalb gestern, in einem Nachbarraum des Verhandlungssaals 230 Platz zu nehmen. Bei ihrer audiovisuellen Vernehmung war die 24-Jährige auf einem Monitor zu sehen und zu hören, während sie wiederum nur den Richtertisch im Bild hatte. Vor allem auch wegen ihrer Risikoschwangerschaft, so der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl, sei diese Verfahrensweise angezeigt.

Nach Angaben der Frau setzte Alexander H., den sie als einen warmherzigen Mann kennengelernt hatte, vor Jahren plötzlich seine Medikamente ab, ging auch nicht mehr zum Psychiater. "Danach war er durcheinander und unkonzentriert. Zunehmend fühlte er sich bedroht und war der Ansicht, dass das Telefon abgehört wird. Er fing an, ins Leere zu starren, vor sich hin zu flüstern." Das habe sich immer mehr gesteigert. Letztlich sei er auf sie losgegangen. "Er war der Ansicht, dass ich ihn vergiften wollte." Sie sei mit ihrem Kind ins Frauenhaus geflüchtet. "Insgesamt war ich zehn Monate dort, mit einigen Unterbrechungen", berichtete sie. Maria O. trennte sich. Laut Staatsanwaltschaft verstieß der Beschuldigte danach jedoch gegen das Gewaltschutzgesetz. Trotz Verbotes kam er seiner Ex-Freundin zu nahe, tauchte an ihrer Wohnung auf. 2012 soll H. dem Vater von Maria O. angekündigt haben, seine Tochter töten zu wollen. Bei dem Zusammentreffen habe er den Mann verletzt. Auch der Mutter habe er angedroht, ihr "alle Knochen zu brechen". Selbst gegenüber völlig Unbeteiligten - einer Politesse, einem Autoinsassen - rastete er völlig aus. Ziel seiner Gewaltausbrüche wurde von Mai bis August 2013 zudem seine Mutter, die er beschimpfte, beleidigte, bedrohte, sie verletzte und ihr ankündigte, ihr den Kopf mit einem Beil zu spalten. Der ärztlichen Diagnose zufolge leidet H. an einer paranoiden Schizophrenie. Das Verfahren läuft noch bis 9. April. Die Mutter, vor Gericht nach ihren größten Wünschen befragt, sagte: "Dass mein Sohn wieder gesund wird und auch sein Kind sehen darf."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2014

Sabine Kreuz

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