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Polizeiticker Leipzig AfD-Chef nach Farbanschlag in Leipzig: „Haben damit gerechnet“
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig AfD-Chef nach Farbanschlag in Leipzig: „Haben damit gerechnet“
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12:53 09.01.2019
Auf den Sitz des AfD-Kreisverbandes Leipzig in der Emilienstraße ist ein Farbanschlag verübt worden. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Täter warfen schwarze und rote Farbbeutel gegen die Fassade und mehrere Fenster, neben den Hauseingang sprühten sie „FCK AFD“: Auf den Sitz des AfD-Kreisverbandes Leipzig im Zentrum-Süd ist am Dienstag ein Anschlag verübt worden. Der Angriff ereignete sich vermutlich in der Nacht. Der Schaden sei am Morgen gegen 8.45 Uhr festgestellt worden, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage von LVZ.de. Aufgrund der Schriftzüge werde von einer politischen Motivation der Tat ausgegangen.

Im fünften Stock des Geschäftshauses in der Emilienstraße 15, in dem auch verschiedene Firmen ihren Sitz haben, befindet sich seit rund einem Jahr die Geschäftsstelle des AfD-Kreisverbandes Leipzig. Betroffen von der Attacke war jedoch insbesondere eine Agentur im Erdgeschoss, die Werbeartikel herstellt. Ein Bekennerschreiben gibt es bislang nicht. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Sachbeschädigung auf.

Die Fassade des Gebäudes wurde bis zur dritten Etage mit Farbe beschossen. Quelle: André Kempner

Serie von Anschlägen auf Parteibüros

Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Übergriffen auf Parteibüros der vergangenen Wochen in Leipzig und der Region ein. Erst am vergangenen Wochenende war das Bürgerbüro „Nordstern“ der Linke-Politiker Sören Pellmann und Cornelia Falken in Möckern von Unbekannten mit Böllern angegriffen und einem Hakenkreuz beschmiert worden.

Eine Explosion vor dem AfD-Büro in Döbeln hatte vergangene Woche bundesweit für Fassungslosigkeit gesorgt. Die Polizei nahm drei Tatverdächtige vorläufig fest. Die 29 bis 50 Jahre alten Männer sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Gegen sie werde aber weiter wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt, betonte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Montag.

In Bremen war am Montagabend AfD-Landeschef Frank Magnitz von Vermummten attackiert und schwer verletzt worden. Auch hier vermutet die Polizei ein politisches Motiv hinter der Tat. Der Staatsschutz ermittelt. Politiker aller Parteien äußerten sich entsetzt über die Tat und forderten eine schnelle Aufklärung.

Leipzigs AfD-Chef: „Haben mit solchen Angriffen gerechnet“

Siegbert Droese, Leipziger Bundestagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der AfD, verurteilte die jüngsten Anschlägen in Leipzig, Döbeln und Bremen: „Angesichts der Gewaltaufrufe im Netz haben wir schon mit solchen Angriffen gerechnet. Trotzdem sind viele unserer Mitglieder – die sich aus hehren Motiven in der AfD engagieren – darüber entsetzt. Entsetzt sind wir nicht nur über die zunehmende Brutalität der Straftäter, sondern auch über die Stimmung, die damit in der Gesellschaft erzeugt wird: Es entsteht der Eindruck, dass es völlig legitim ist, mit menschenverachtender Gewalt gegen AfD-Politik vorzugehen.“

Während die Polizei bei der Aufklärung solcher Straftaten gute Arbeit leiste, gehe die Justiz damit zu locker um. Es sei nicht akzeptabel, dass die Verdächtigen des jüngsten Anschlags auf ein Döbelner AfD-Büro sofort wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. „Das ist das falsche Signal“, so Droese. „Wir fordern deutlich härtere Strafen für solche Täter.“

Von nöß/A.T.

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