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Fensterputzer gestohlen: Statue aus der Leipziger Handwerkerpassage entwendet

Fensterputzer gestohlen: Statue aus der Leipziger Handwerkerpassage entwendet

Er war das Wahrzeichen der Leipziger Handwerkerpassage – der an eine Leiter gelehnte bronzene Fensterputzer. Seit 1989 stand der vom Bilderhauer Christian Rost geschaffene Mann mit der Schirmmütze auf einem Brunnen.

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War einmal: Die Fensterputzerstatue in der Handwerkerpassage. (Archivfotos)

Quelle: André Kempner

Leipzig. In der Nacht zum Dienstag haben ihn Diebe aus seiner Verankerung gelöst und gestohlen.

„Die Figur ist professionell vom Sockel getrennt worden“, sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau gegenüber LVZ-Online. Die Täter müssen zwischen Montag, 16.15 Uhr, und Dienstag, 6.30 Uhr, zugeschlagen haben.

„Über Nacht ist die Passage nicht abgeschlossen“, berichtete Hausmeister Gunter Franke. Das gehe schon wegen des Wegerechts nicht. Franke arbeitet seit 15 Jahren in der Passage und die Figur des Fensterputzers hat er in dieser Zeit lieb gewonnen. „Er gehörte einfach hier dazu“, so Franke.

Im vergangenen Jahr hat er die 50 Zentimeter große und rund 30 Kilo schwere Statue noch einmal neu auf dem Brunnen verkleben lassen. „Damals dachte ich noch, nicht, dass die uns mal einer maust“, sagte der Hausmeister. Genutzt hat das nichts. Auch er glaubt, dass Fachleute am Werk waren. Am restlichen Brunnen seien keine weiteren Schäden entstanden.

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Leerer Sockel in der Handwerkerpassage: Hier stand der Fensterputzer.

Quelle: Dirk Knofe

Die Höhe des entstandenen Verlusts schätzt die Polizei auf rund 500 Euro. Allerdings könne der künstlerische Wert der Skulptur auch weit höher liegen. Gefertigt wurde der Fensterputzer in den letzten Monaten der DDR vom 1925 geborenen Bildhauer Christian Rost. Sie wurde im Zuge der Passagen-Sanierung aufgestellt. Es war eines der letzten Werke von Rost, der auch die Maxim-Gorki-Büste für das Deutsche Theater in Berlin geschaffen hat. Mit dem Zusammenbruch der DDR ist der Bildhauer öffentlich kaum noch in Erscheinung getreten.

Den Fensterputzer gegossen hat Ulrich Wackernagel in Pegau. Der Ingenieur arbeitet inzwischen in seiner neuer Firma in Finsterwalde und berät Gießereien. In Pegau musste er nach dem Konkurs 1992 aufgeben. „Die Form von damals ist zerstört“, berichtet Wackernagel. Es sei schade um die Figur. Vielleicht gebe es noch irgendwo den originalen Gipsabdruck, dann ließe sich der Fensterputzer problemlos nachfertigen. Wackernagel glaubt, ein Liebhaber habe sich das Werk für den heimischen Garten mitgenommen.

Da ist sich die Polizei nicht so sicher. Die Beamten schließen nicht aus, dass Buntmetalldiebe zugeschlagen haben. Ermittelt werde in alle Richtungen.

Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden von den Beamten gebeten, sich beim Polizeirevier Innenstadt, Ritterstraße 17-21 in 04109 Leipzig, Telefon. (0341) 710 50, zu melden.

Matthias Roth

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