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Feuer in Leipziger Lokschuppen: Wagen des legendären Transeuropaexpress zerstört

Feuer in Leipziger Lokschuppen: Wagen des legendären Transeuropaexpress zerstört

Leipzig. Beim Feuer im Lokschuppen des Bahnbetriebswerks Süd sind am Montag historische Fahrzeuge des legendären Transeuropaexpress zerstört worden.

„Die Wagen waren dort untergestellt“, sagte Günter Baum von der Außenstelle des Nürnberger DB Museums in Halle. Laut Bundespolizei sind ein Triebwagen und mehrere Waggons Opfer der Flammen geworden.

Die in Leipzig geparkten Wagen des Transeuropaexpress, der in den 1950er Jahren der Paradezug der Deutschen Bundesbahn war und bis in die 1980er Jahre regelmäßig auf den Schienen fuhr, befanden sich schon vor dem Feuer in einem sehr schlechten Zustand. „Im November wurde in den Lokschuppen eingebrochen“, berichtete Museumsmitarbeiter Baum.

Dabei seien die Scheiben der Fahrzeuge eingeworfen, Wände beschmiert und Inneneinrichtungen herausgerissen worden. „Die Ermittlungen dazu laufen noch“, erklärte Jens Damrau, Sprecher der Bundespolizei. Die Täter hätten damals die Türen aufgebrochen und seien so in den Unterstand eingedrungen. Der entstandene Schaden durch den Vandalismus liege ersten Schätzungen zufolge bei mehr als 100.000 Euro.

Drei Diesellokomotiven der Baureihen 118, V 100 und V 23 seien zur Aufarbeitung inzwischen nach Halle gefahren worden. Dadurch, so Baum, blieben sie von dem Feuer verschont. Nach Angaben von Bahnsprecher Jörg Bönisch dienten die verbliebenen Wagen nur noch als Ersatzteilspender und standen vor der Verschrottung.

„Der Lokschuppen war ohnehin einsturzgefährdet und musste geräumt werden“, so der Sprecher. Weitere Museumswagen des Transeuropaexpress stehen der Bahn zufolge heute noch auf Gleisen in Augsburg und in Horb in Neckar. Sie seien ebenfalls nicht mehr betriebsfähig. Nur ein Traditionszug mit den bei Bahnfans beliebten Waggons ist heute noch unterwegs – als TEE Rheingold.

  Im vergangenen Jahr machte er auch in Leipzig Station.

Brandermittler haben am Dienstag vor Ort ihre Arbeit aufgenommen. „Mit konkreten Ergebnissen rechnen wir erst in den nächsten Tagen“, erklärte Damrau. Vermutet werde Brandstiftung. Das Feuer sei in einem der Zugwagen ausgebrochen. Durch die Flammen, so Damrau, wurde das Holzdach des Schuppens schwer beschädig, die Decke brach ein

Das Feuer war am Montag seit 16 Uhr in Leipzig weithin sichtbar. Durch die brennende Dachpappe stieg eine schwarze Rauchsäule auf. Bis zum Abend musste die Feuerwehr den Brand auf dem Areal an Hermann-Liebmann- und Schulze-Delitzsch-Straße löschen. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Schadenshöhe betrage durch das Feuer mehrere Zehntausend Euro.

Wegen der starken Rauchwolken wurden Anwohner per Verkehrsfunk aufgerufen, vorübergehend Fenster und Türen zu schließen. Die Warnung konnte gegen 18.20 Uhr wieder aufgehoben werden, sagte Volker Clauß von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle.

Aufgrund von Messungen vor Ort sei eine Evakuierung für nicht erforderlich gehalten worden. Die Hermann-Liebmann-Straße musste zeitweise zwischen Stannebeinplatz und Eisenbahnstraße gesperrt werden. Durch den starken Qualms kam es laut Polizei auch zu Verkehrsbeeinträchtigungen.

mro/S.K.

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