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Feuerteufel im Leipziger Norden: Erneut Auto in Gohlis angezündet

Feuerteufel im Leipziger Norden: Erneut Auto in Gohlis angezündet

Leipzig. In Flammen stand in der Nacht zu Dienstag ein Auto in der Sylter Straße im Leipziger Norden. Der Notruf erreichte die Feuerwehr um 0.35 Uhr von mehreren Anwohnern.

Vor Ort mussten die Brandschützer eine meterhohe Flamme aus dem hinteren Teil des Kleinwagens löschen.

„Ein Fahrzeug der Nordwache hat dafür ausgereicht“, sagte Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch. Die Ursache für den Brand ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Untersuchen wollen die Beamten auch, ob das Feuer auf das Konto eines Serientäters geht.

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Leipzig. In Flammen stand in der Nacht zu Dienstag ein Auto in der Sylter Straße im Leipziger Norden. Der Notruf erreichte die Feuerwehr um 0.35 Uhr von mehreren Anwohnern. Vor Ort mussten die Brandschützer eine meterhohe Flamme aus dem hinteren Teil des Kleinwagens löschen.Möglicherweise hat sich ein Serienbrandstifter nach zwei Monaten Pause zurückgemeldet.

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In Gohlis-Nord hatte in der ersten Jahreshälfte ein Brandstifter sein Unwesen getrieben und mehr als ein Dutzend Fahrzeuge angesteckt. Im Frühjahr brannte es fast jede Woche in dem überschaubaren Plattenbaugebiet zwischen Sylter Straße und Wangerooger Weg. Doch seit Ende Mai herrschte Ruhe - womöglich eine Folge der intensiven polizeilichen Ermittlungen.

Über Monate hinweg hielt der Feuerteufel das Wohngebiet in Gohlis-Nord in Atem. Hinsichtlich der Brandanschläge auf Fahrzeuge im gesamten Stadtgebiet sei der Bereich ohne Zweifel „ein territorialer Schwerpunkt“, so der Leiter des Brandkommissariats, Jürgen Fritze.

Normalerweise gebe es jährlich im Durchschnitt zehn bis 20 Brandstiftungen an Personenwagen. Doch bereits Anfang Juli waren es in Leipzig 28, davon fast die Hälfte allein in Gohlis-Nord.

Die Polizei reagierte mit umfangreichen Maßnahmen. Details dazu mag Fritze nicht nennen, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Aber es könnte gut sein, dass der Serienbrandstifter durch die hohe Polizeipräsenz im Viertel vorsichtig geworden ist oder gar direkt mit Ermittlern konfrontiert wurde. „Wir wissen es nicht, können nur spekulieren“, sagt der Kripo-Mann.

Gefasst sei der Täter aber noch nicht. Das Problem der Brandermittler: „Wir finden am Tatort meistens relativ wenige  Spuren, die zur Identifizierung geeignet sind“, schildert Fritze. „Es gibt keine  Fingerabdrücke, keine DNA. Bei Temperaturen von etwa 1200 Grad Celsius bleibt nicht mehr viel übrig.“ Das Löschwasser tue ein Übriges.

Dennoch konnten die Kripo-Experten herausfinden, auf welche Weise der mutmaßliche Serienbrandstifter die Fahrzeuge abfackelt: Er platziert gut brennbare Materialien auf dem Vorderreifen und zündet sie an. Bis das Fahrzeug in Flammen steht, ist er längst verschwunden. Eine Methode, die auf einschlägigen Internetseiten empfohlen wird. Und die Ermittler haben eine gewisse zeitliche Häufung der Brandstiftungen ausgemacht: Demnach konzentrieren sich die meisten Fälle auf den Zeitraum zwischen 23 und 2 Uhr, wie auch in der vergangenen Nacht.

 

Einen politischen Hintergrund der Taten hatte die Polizei bereits weitgehend ausgeschlossen. „Es sind ja meistens typische Familienautos mit relativ geringem Zeitwert betroffen“, berichtet Fritze. Anders als etwa in Berlin und Hamburg, wo Linksextremisten im Zerstören von Luxuswagen eine legitime Form des Protests gegen die Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsschichten aus Stadtvierteln sehen.

Warum der Leipziger Serienbrandstifter immer wieder loszieht und in dem Viertel Autos  anzündet, wird wohl erst zu erfahren sein, wenn die Polizei ihn fasst. Grundsätzlich sei es laut Fritze aber auch nicht völlig ausgeschlossen, dass eine Gruppierung von mehreren Tätern hinter den Anschlägen steckt.

Matthias Roth/Frank Döring

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