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Flüchtlingshelferin in Leipziger Kirchenasyl vergewaltigt: Mehr als acht Jahre Haft

Urteil am Landgericht Flüchtlingshelferin in Leipziger Kirchenasyl vergewaltigt: Mehr als acht Jahre Haft

Ein Asylbewerber aus dem Irak ist vom Landgericht Leipzig wegen mehrfacher Vergewaltigung einer Flüchtlingshelferin sowie Geiselnahme und Körperverletzung zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt worden. Die 8. Strafkammer sah die Vorwürfe aus der Anklageschrift weitgehend als erwiesen an.

Angeklagter Firas M. (39)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Er bestritt die Taten bis zum Schluss: Ein Asylbewerber aus dem Irak ist vom Landgericht Leipzig wegen mehrfacher Vergewaltigung einer Flüchtlingshelferin sowie Geiselnahme und Körperverletzung zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt worden. Die 8. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rüdiger Harr sah die Vorwürfe aus der Anklageschrift weitgehend als erwiesen an.

Firas M. (39) lebt seit 2014 in Deutschland. Als sein Asylantrag abgelehnt wurde und er abgeschoben werden sollte, gewährte ihm eine freikirchliche Gemeinde im Jahr 2015 Kirchenasyl. Der Iraker kam in einer Gästewohnung im Stadtteil Eutritzsch unter. Und: Eine Flüchtlingshelferin (43) der Gemeinde kümmerte sich um ihn. Sie kaufte ein, half bei Behördenangelegenheiten, gab Sprachunterricht. Im Sommer ließ sich die verheiratete Frau auf eine Affäre mit dem Flüchtling ein, beendete die sexuelle Beziehung jedoch im September des selben Jahres wieder.

Zu einem ersten massiven Übergriff soll es im November gekommen sein. Als die Frau ihm Einkäufe in der Wohnung übergeben wollte, soll Firas M. sie eingesperrt und vergewaltigt haben. Zu einem weiteren Sexualverbrechen kam es laut Anklage Anfang Dezember. Dabei soll der Mann sein Opfer auch noch massiv gewürgt haben.

Anzeige erstattete die Frau nicht sofort – offenbar aus Angst. Denn der Iraker soll ihr gedroht haben, dass er alles mit seinem Smartphone gefilmt habe und die sexuellen Kontakte auch gegenüber ihrem Ehemann offenbaren würde.

Die 8. Strafkammer hielt die Aussagen des Opfers für glaubwürdig und den Angeklagten für zweifelsfrei überführt. So habe Firas M. nachweislich Dateien und Bilder auf seinem Telefon manipuliert und gelöscht, was als wichtiges Indiz gewertet wurde. Zudem würden Aussagen der Frau, sie sei mit einem Schal gewürgt und einer Gürtelschnalle geschlagen worden, durch ein entsprechendes Verletzungsbild im rechtsmedizinischen Gutachten gestützt.

Das Gericht wertete die einzelnen Taten als besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung, Vergewaltigung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und vorsätzlicher Körperverletzung sowie versuchte sexuelle Nötigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung. Das Urteil: acht Jahre und zwei Monate Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren gefordert, dem sich die Nebenklage anschloss. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch. Dem Iraker zufolge handelte es sich um einvernehmliche sexuelle Kontakte, für die ihm zur Last gelegten Taten gebe es keinen Nachweis.

Der Prozess hatte bereits im Juni 2016 begonnen, zog sich über 19 Verhandlungstage und fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Von Frank Döring

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