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Polizeiticker Leipzig Frau mit Messer fast getötet – Angeklagter schweigt zum Prozessauftakt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Frau mit Messer fast getötet – Angeklagter schweigt zum Prozessauftakt
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14:38 28.02.2018
Hier ereignete sich die Bluttat: das „Sachseneck“ in Gohlis. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Es war mitten in der Nacht, als Daniela S. (35) im Lokal „Sachseneck“ in Leipzig-Gohlis blutüberströmt zusammenbrach und um ein Haar gestorben wäre. Zwei wuchtige Messerstiche hatten die Frau in den Bauch getroffen, sie überlebte nur durch eine sofortige Notoperation. Knapp ein halbes Jahr nach der Bluttat begann am Mittwochfrüh am Leipziger Landgericht der Prozess gegen den gleichaltrigen Martin L. wegen versuchten Mordes.

Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge

Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller warf dem gelernten Bautechniker vor, am 10. September 2017 gegen 1.50 Uhr in der Nähe der Dart-Automaten mit einem Klappmesser auf die Frau losgegangen zu sein. Wenige Minuten zuvor soll Martin L. mit ihr in Streit geraten sein. Worum es dabei ging, blieb zum Prozessauftakt völlig unklar. Dem Vernehmen nach soll die Frau, zumindest seiner Ansicht nach, schlecht über ihn gesprochen haben.

Mitten in dem berühmt-berüchtigten Lokal an der Georg-Schumann-Straße – über Jahre hinweg zugehörig zum Imperium des früheren Leipziger Kneipenkönigs Joachim Nöske – habe der Angeklagte das Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge gezückt und damit zweimal auf die Frau eingestochen, so die Tatvorwürfe.

Bauchverletzung akut lebensbedrohlich

Das Opfer erlitt durch den massiven Angriff schwerste Verletzungen, unter anderem im Bereich des Magens, der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Innere Blutungen waren die Folge. „Die Bauchverletzung war akut lebensbedrohlich“, sagte der Staatsanwalt. Auch an der Hand wurde Daniela S. von dem Messer getroffen. Zum Glück griffen andere Gäste des Lokals ein, überwältigten den bewaffneten Angreifer und hielten ihn von weiteren Stichen ab. Das hat der Frau womöglich das Leben gerettet.

Dem beschuldigten Kneipengast sei klar gewesen, dass er mit seinen heftigen Messerstichen der Frau lebensgefährliche, potenziell todbringende Verletzungen zufügen würde. Und er habe deren Arg- und Wehrlosigkeit ausgenutzt. Daniela S. habe trotz des Streites, der zunächst verbal geführt wurde, niemals mit einem Angriff auf ihr Leben gerechnet, stellte die Anklagebehörde fest. Martin L. habe versucht, sie heimtückisch zu töten.

Beschuldigter bereits polizeibekannt

Die Anklage lautet deshalb auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Noch am Tattag wurde der wegen Eigentums- und Körperverletzungsdelikten bereits polizeibekannte Leipziger festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Am ersten Verhandlungstag vor dem Schwurgericht mochte sich Martin L. noch nicht zu den Tatvorwürfen äußern. Ob von seinem Mandanten zum nächsten Verhandlungstermin am 12. März eine Aussage zu erwarten ist, ließ Verteidiger Matthias Luderer offen. Er müsse sich erst mit ihm beraten. In einer früheren Vernehmung soll Martin L. ausgesagt haben, er könne sich nicht erklären, warum er zugestochen habe.

Die 1. Strafkammer hat für den Prozess noch fünf Verhandlungstage bis Ende März geplant.

Von Frank Döring

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