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Führerschein einkassiert - Leipziger hatte zwei schwere Verkehrsunfälle verursacht

Führerschein einkassiert - Leipziger hatte zwei schwere Verkehrsunfälle verursacht

Gleich zwei schwere Verkehrsunfälle hat der Leipziger Daniel S. binnen eines Vierteljahres verursacht. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen zweifacher fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 130 Tagessätzen à 30 Euro und drei Monaten Fahrverbot.

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Quelle: dpa

Noch im Gerichtssaal gab der 33-jährige Assistent einer Firmengeschäftsleitung seinen Führerschein ab.

Die Sanktion entsprach den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte keinen Antrag gestellt. Denn Daniel S. tat sich in beiden Fällen ausgesprochen schwer, Schuld einzugestehen. Laut Staatsanwalt Hans-Joachim Walburg verursachte der Angeklagte am 18. September 2012 kurz nach 21 Uhr auf der Kreuzung von Riesaer und Theodor-Heuss-Straße eine Kollision mit einem Dacia, dessen Fahrerin Anett K. dabei verletzt wurde.

Die 52-jährige Pizza-Botin erlitt ein Schleudertrauma, Prellungen und Schürfwunden. Ermittlungen zufolge fuhr der Angeklagte bei Rot auf jene Kreuzung - und die Verunglückte bei Grün. "Wie aus heiterem Himmel knallte es. Bis heute bin ich der Auffassung, dass ich bei Grün gefahren bin. Das ist paradox. Ich kann mir das alles nicht erklären", sagte Daniel S. vor Gericht. Staatsanwalt Walburg hielt dagegen: "Ich Ihnen aber schon. Sie haben einfach nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit nach vorn geschaut." Denn Alkohol war nicht im Spiel. Und die Frage, ob er Farben unterscheiden könne, hatte Daniel S. bejaht. Zudem beteuerten mehrere Augenzeugen, dass der 33-Jährige mit einem Ford Mondeo, einem Betriebsfahrzeug, das Ampelrot schlicht ignoriert hatte. "Diese Aussagen werden wir nicht widerlegen können", musste die Verteidigung schließlich einräumen.

Und auch beim zweiten Unfall vom 4. Dezember 2012 ließ Daniel S. (er ist wegen Betruges und eines Pflichtversicherungsverstoßes vorbestraft) nach Ansicht von Amtsrichterin Gabriele Kosbab erneut Sorgfaltspflichten außer Acht, zeigte wie auch schon zuvor weder Einsicht noch Reue, zerfloss eher vor Selbstmitleid. Kurz vor 13 Uhr war er an jenem Tag, diesmal unterwegs mit einem Volvo als Firmenfahrzeug, in einen Haltestellen-Bereich in der Wurzner Straße eingefahren. "Dass dort eine Haltestelle ist, wusste ich, meiner Meinung habe ich die Frau mit dem Wagen gar nicht erfasst. Sie saß plötzlich auf der Bordsteinkante. Deshalb ging ich hin, um zu fragen, ob ich ihr helfen kann."

Die betroffene 62-Jährige schilderte die Situation jedoch ganz anders. Natürlich sei sie erfasst worden. "Ich wollte mit der Linie 7 ins Paunsdorf Center fahren und gerade einsteigen. Doch plötzlich und unerwartet war das Auto da. Ich bin durch die Luft geflogen, meine Beine waren oben." Sie habe unter Schock gestanden, nur deshalb im ersten Moment keine Schmerzen gespürt. "Die setzten aber wenig später ein." Ihre gesamte linke Körperhälfte sei betroffen gewesen, schilderte Verkaufs-Mitarbeiterin Liselotte H. weiter vor Gericht. Aufgrund von Blutergüssen und massiven Prellungen war sie fünfeinhalb Wochen krank. Die Spätfolgen sind beträchtlich: Noch heute habe sie Angst vor dunklen Autos, wage sich kaum über die Straße.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2013

Sabine Kreuz

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