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Polizeiticker Leipzig Gas löste Wohnungs-Explosion in Leipzig-Meusdorf aus
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Gas löste Wohnungs-Explosion in Leipzig-Meusdorf aus
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17:46 09.10.2017
Bei einer Explosion in einem Wohnblock in Leipzig-Meusdorf sind am Samstag drei Menschen verletzt worden. Quelle: dpa
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Leipzig

Es gab einen lauten Knall, dann brach Feuer aus: Die schwere Explosion in einem fünfgeschossigen Wohnblock in Leipzig-Meusdorf ist laut Polizei durch eine Verpuffung ausgelöst worden. „Ein Gas-Luft-Gemisch hat sich aus noch unbekannter Ursache entzündet“, sagte Behördensprecher Uwe Voigt am Sonntag gegenüber LVZ.de. Brandursachenermittler hätten in der völlig zerstörten Wohnung im dritten Obergeschoss entsprechende Hinweise gefunden. Woher das Gas kam und warum es freigesetzt wurde, ist noch nicht bekannt. „Es wurden Spuren an die Kriminalpolizei übergeben“, so Voigt. Dabei könne es sich um die Überreste von Gasbehältern handeln, hieß es.

Frau sprang in Panik von Balkon

Kurz vor 14 Uhr hatte die Detonation am Samstag das Wohngebiet im Leipziger Südosten erschüttert. Die betroffene Wohnung im Barclayweg 16 liege nach der Explosion „in Schutt und Asche“, berichtete Voigt. Drei Menschen wurden verletzt, darunter eine 38-Jährige schwer. Die Frau sprang aus Verzweiflung vom Balkon im vierten Obergeschoss. Nach der Explosion brach ein Feuer aus, das auch auf ihre Wohnung übergriff. Bei einer 42-Jährigen bestand Verdacht auf Rauchvergiftung, ein 69-Jähriger erlitt eine Platzwunde am Kopf. Insgesamt 21 Bewohner brachten sich nach der Explosion selbst in Sicherheit.

In einem Wohnblock im Barclayweg in Leipzig-Meusdorf hat es am Samstagnachmittag eine Explosion gegeben. Anschließend brach ein Feuer aus.

Der 28-jährige Mieter der Wohnung, in der es zur Explosion kam, war zum Unglückszeitpunkt in Thüringen. Er sei zwar noch am Samstag nach Leipzig gefahren, habe aber einen Schock erlitten und musste direkt in eine Notaufnahme eingeliefert werden, so Voigt. Auch am Sonntag konnte er noch nicht befragt werden. Dies werde wohl erst Anfang der Woche möglich sein, hieß es. Seine Mutter, die in der Nähe wohnte, hatte ihn über das Unglück informiert. Der Mieter war nach Informationen von LVZ.de polizeibekannt.

Haus hatte keinen Gasanschluss

Ein Gasanschluss habe laut dem Vermieter, der Leipziger Wohnungsgesellschaft (LWB), an dem Haus nicht angelegen, teilte die Polizei mit. Anwohner berichteten jedoch, dass in einigen Wohnungen mit Propangasflaschen gekocht wurde, da die E-Herde nach Elektro-Arbeiten nicht genutzt werden konnten. Gasflaschen seien jedoch nicht offiziell ausgegeben worden, betonte Voigt. Ob der Mann eine in seiner Wohnung hatte und wann er diese verlassen hatte, blieb offen.

„Den eintreffenden Einsatzkräften bot sich ein Bild von schwerer Zerstörung“, schilderte der Polizeisprecher die Situation am Samstag. „Die Fensterrahmen der betreffenden Wohnung waren nicht mehr vorhanden. Auf der Rückseite hing der Fensterrahmen nur noch sprichwörtlich an einem seidenen Faden“, so Voigt. Mehr als 100 Rettungskräfte waren nach dem Unglück vor Ort, darunter 50 Feuerwehrleute, 40 Polizisten und 25 Sanitäter. Auch zwei Rettungshubschrauber wurden vorsorglich angefordert, der Bereich um das Haus weiträumig gesperrt.

Trümmer flogen bis zu 100 Meter weit

Die Wucht der Detonation war so heftig, dass Trümmer und Glassplitter bis auf die Chemnitzer Straße geschleudert worden – diese ist etwa 100 Meter von der Wohnung entfernt. Die Balkonverkleidung wurde abgefetzt. Blumenkästen und Wäsche lagen im Garten verstreut. Auch neun Autos wurden durch Trümmer getroffen und demoliert. Splitter flogen auch auf einen Spielplatz, wo sich zum Zeitpunkt der Explosion zum Glück niemand befand.

Ein Teil des Wohnblocks ist durch das Unglück unbewohnbar geworden. Die Prüfung durch das Bauordnungsamt und einen Statiker ergab, dass der Abschnitt mit der Hausnummer 16 so schwere Schäden erlitt, dass er bis auf Weiteres gesperrt bleiben muss. Die Mieter konnten nur noch das Nötigste aus ihren Wohnungen holen. In der Nummer 18 musste die an die Brandwohnung grenzende Haushälfte ebenfalls leer bleiben. Die Nummer 14 konnte noch am Abend wieder bezogen werden. Betroffene Mieter, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen konnten, wurden auf Kosten der LWB in einem Hotel untergebracht.

Robert Nößler

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