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Gefahr durch 15.000 Volt: Technischer Defekt führt zu Bahn-Panne in Leipzig-Sellerhausen

Gefahr durch 15.000 Volt: Technischer Defekt führt zu Bahn-Panne in Leipzig-Sellerhausen

Die Bahn-Panne am Mittwoch, bei der in Leipzig-Sellerhausen dutzende Fahrgäste bei tropischen Temperaturen für etwa eine Stunde in einem Zug ausharren mussten, wurde durch einen technischen Defekt ausgelöst.

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Rund 40 Fahrgäste waren am Mittwoch in Leipzig in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn eingesperrt (Archivfoto).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. „Fremdeinwirkung kann ausgeschlossen werden. Eine Straftat lag nicht vor“, sagte Bundespolizeisprecher Jens Damrau am Donnerstag auf Anfrage von LVZ-Online. Ob ein Problem an der Leitung oder dem Zug zu dem Zwischenfall führte, werde derzeit untersucht, teilte die Bahn auf Anfrage mit. „Die Lok ist in der Werkstatt“, so Sprecher Jörg Böhnisch.

Der Regionalexpress 3706 hatte am Nachmittag gegen 14.50 Uhr zwischen Anger-Crottendorf und Sellerhausen die Oberleitung auf einer Länge von mehr als 100 Metern heruntergerissen. Auch die Stromabnehmer der Lok, die aus Reichenbach in Richtung Leipzig-Hauptbahnhof unterwegs war, wurden dabei beschädigt. Da auf den Oberleitungskabeln eine Spannung von 15.000 Volt anliegt, mussten die Reisenden etwa eine Stunde warten, bis sie den Zug am S-Bahnhof Sellerhausen verlassen konnten. „Unsere Techniker waren sofort vor Ort und haben veranlasst, dass die Oberleitung abgeschaltet und geerdet wurde sowie mit den Reparaturarbeiten begonnen werden konnte“, betonte Böhnisch.

Unerträgliche Hitze in den Waggons

Aufgrund der Außentemperaturen von über 30 Grad wurde es in den nicht klimatisierten Doppelstockwagen fast unerträglich heiß. „Das war natürlich eine missliche Situation. Aber ein Risiko konnten wir nicht eingehen. Die Leitungen waren nicht spannungsfrei“, erklärte der Bahnsprecher. Wie Jens Damrau von der Bundespolizei erklärte, hätten die Wagons wie ein Faradayscher Käfig gewirkt. „Die Türen wurden sicherheitshalber verriegelt. Ansonsten hätte es gefährlich werden können.“

Alle rund 40 Passagiere seien unversehrt geblieben, erklärte der Polizeisprecher. Auch habe keiner der Fahrgäste wegen Hitze- oder Kreislaufbeschwerden behandelt werden müssen. „Die Fenster des Zuges konnten geöffnet werden, es gab in der Bahn also Frischluftzufuhr. In diesem Zusammenhang von einer Hitze-Hölle zu sprechen, wäre falsch“, sagte Damrau.

Bahn zahlt möglicherweise Schadenersatz

Die Bahn riet betroffenen Fahrgästen, mögliche Schadenersatzansprüche zu prüfen. Zuständig sei hierfür das Service-Center Fahrgastrechte, bei dem innerhalb eines Jahres Anträge gestellt werden könnten, erklärte Böhnisch. Zu möglichen Erfolgsaussichten wollte sich der Bahnsprecher nicht äußern.

Noch am Nachmittag wurde damit begonnen, den Leitungsschaden zu reparieren. Bereits am Abend gegen 19 Uhr konnten auf einem Gleis die Züge auf der Strecke zwischen Stötteritz und Hauptbahnhof wieder rollen. In den Nachtsunden wurde auch das zweite Gleis freigegeben. Zur Höhe des entstandenen Schadens machte die Bahn keine Angaben.

Robert Nößler

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