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Gefrorene Leiche in Leipziger Mülltonne: Bundesgericht will milde Strafe

Gefrorene Leiche in Leipziger Mülltonne: Bundesgericht will milde Strafe

Noch einmal musste das Landgericht gestern den erschütternden Fall um die Ermordung eines 42-jährigen Leipzigers aufrollen, dessen tief gefrorene Leiche am 8. Februar 2012 in einer Papiertonne in Volkmarsdorf entdeckt wurde.

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Der Angeklagte Sven O. am Landgericht: Die lebenslange Haftstrafe wurde aufgehoben.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Grund war die teilweise Aufhebung des Ersturteils gegen einen der drei Angeklagten. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte zwar den Schuldspruch gegen Sven O. (32), so dass die Verurteilung wegen Mordes rechtskräftig ist. Die Ende 2012 ausgesprochene lebenslange Haft hatte jedoch keinen Bestand und die Revision der Verteidigung Erfolg.

Gestern wie auch schon in der Erst-Verhandlung schwieg Sven O. zu den Vorwürfen. Laut Urteil folterte er mit einem Mittäter das Opfer Andreas M. beim Trinkgelage am 31. Januar 2012 in einer Wohnung in der Bautzmannstraße zu Tode. Während sie Karten spielten, gerieten sie über angeblich 20 Euro Schulden von M. in Streit. Laut BGH hat das Erstgericht allerdings die Alkoholisierung von Sven O. nicht ausreichend berücksichtigt und "eine erhebliche Verminderung der Schuldfähigkeit nicht rechtsfehlerfrei ausgeschlossen". Zudem sei seine Unterbringung in einer Alkohol-Entziehungsanstalt zu prüfen. Welche Meinung er dazu habe, wurde O. gestern vom Vorsitzenden Richter Hans Jagenlauf gefragt: "Keine", so der Angeklagte, der in Dresden in Haft ist.

Das Gericht ließ daraufhin Lebenslauf und Trinkgewohnheiten des 32-Jährigen Revue passieren: O. besuchte fünf Förderschulen, brach die Lehre ab, lebte immer von staatlichen Hilfen, trinkt massiv Alkohol seit seinem 18. Lebensjahr. Mit seiner Partnerin zeugte er sieben Kinder; hat zu ihnen keinerlei Kontakt. Ein Gutachter attestierte ihm Intelligenzminderung (IQ: 71), er sei zudem "emotional einfach strukturiert". Auch die rechtskräftig verurteilten Mittäter wurden gestern zu den "Saufgelagen" gehört. Dominik S. (19) hatte acht Jahre Haft erhalten, wurde in der Psychiatrie untergebracht. Cäcilia E. (51) bekam acht Monate Haft auf Bewährung wegen unterlassener Hilfeleistung. Das neue Urteil gegen O. ergeht heute.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2013

Sabine Kreuz

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