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Geisel in Todesangst - Paar wollte offenbar junge Russin in Leipzig zur Prostitution zwingen

Geisel in Todesangst - Paar wollte offenbar junge Russin in Leipzig zur Prostitution zwingen

Grausame Tat im Rotlichtmilieu: Eine junge Russin ist in einer Leipziger Wohnung als Geisel gehalten und zur Prostitution gezwungen worden. Nach einer Woche konnte sie fliehen.

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Das Haus in Volkmarsdorf

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ihre mutmaßlichen Peiniger stehen seit Donnerstag wegen Geiselnahme und versuchten Menschenhandels vor Gericht.

Laut Anklage lockten Irene (51) und Peter B. (63) die Frau am 23. November 2012 mit einem scheinbar seriösen Jobangebot in ihre Wohnung in der Volkmarsdorfer Hildegardstraße. Doch dann sollen sie Swetlana R. eröffnet haben, dass es bei der versprochenen Stelle als Masseurin tatsächlich um ganz andere Dienstleistungen ging: Die Russin sollte als Prostituierte arbeiten.

Swetlana R. habe anfangs zugesagt und drei Tage später ihren ersten Freier empfangen. Doch mit dem habe sie nur geredet. Am nächsten Tag sagte sie Irene B., dass sie doch nicht als Prostituierte arbeiten wolle. Daraufhin schlug die Angeklagte ihr mehrfach ins Gesicht, so die Staatsanwaltschaft, knallte den Kopf der jungen Russin gegen die Wand. Swetlana R. erlitt Hämatome an den Augen, verlor einen Zahn und zog sich stark blutende Wunden zu.

Doch das Martyrium der jungen Frau sollte damit erst beginnen: Sie wurde gezwungen, sich auszuziehen. Dann sollen Irene B. und ihr damaliger Partner Peter sie gefesselt und geknebelt haben. Die Russin bekam auch eine Augenbinde und einen Kartoffelsack über den Kopf gezogen, so die Tatvorwürfe, wurde in ein fensterloses Zimmer in der Parterrewohnung eingesperrt. Die Geisel war an Armen, Beinen und Hals so fixiert, dass sich die Fesseln bei jeder Bewegung enger um den Körper zogen. Befreit wurde sie nur für Toilettengänge. Zeitweise soll sie auch einen nassen Lappen in den Mund bekommen haben. "Sie hatte Todesangst", so Staatsanwalt Ralph Hornig. Zudem hätten die Angeklagten der Frau gedroht, sie im Falle eines Fluchtversuchs umzubringen. "Es ging darum, ihren Willen zu brechen, um sie zur Prostitution zu zwingen", sagte Hornig.

Mit der Bewachung sollen sich die beiden Angeklagten abgelöst haben. Doch am 2. Dezember sei Peter B. beim Fernsehen so abgelenkt gewesen, dass Swetlana R. die Chance zur Flucht ergriff: Durch ein Fenster der Parterrewohnung kletterte sie ins Freie. Am nächsten Tag kamen Irene und Peter B. in Haft, der Haftbefehl des Mannes ist seit April außer Vollzug gesetzt.

Nach aktuellen Ermittlungen soll Swetlana R. mittlerweile in Berlin und der Schweiz in Rotlicht-Etablissements arbeiten. Es sei deshalb von einer Tat im Milieu auszugehen, so der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr. "Aber rechtlos ist die Frau deshalb nicht."

Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2013

Frank Döring

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