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Polizeiticker Leipzig Geld veruntreut: Ex-Kundenberater der Sparkasse Leipzig angeklagt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Geld veruntreut: Ex-Kundenberater der Sparkasse Leipzig angeklagt
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17:55 09.04.2018
Prozessauftakt am Amtsgericht: Ex-Sparkassenmitarbeiter Stefan M. (Mitte), sein früherer Freund Danny B. (rechts) und Verteidigerin Nadine Lippold. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

 „Ich habe mir mein berufliches Leben selbst zerstört.“ Stefan M., Ex-Privatkundenberater bei der Leipziger Sparkasse, gab am Montag vor dem Amtsgericht zu, in gut einem Dutzend Fällen Beträge zwischen 25 und 450 Euro veruntreut zu haben. Das hatte dem jetzt 36-Jährigen im Frühjahr 2015 eine fristlose Kündigung eingebracht.

Den Vorwurf aber, am 3. März jenes Jahres zudem noch ein Bündel 500-Euro-Scheine – insgesamt 10 000 Euro – in der Filiale im Grünauer Allee-Center gestohlen zu haben, bestritt der Bankkaufmann zum Auftakt des Prozesses um Untreue, Urkundenfälschung, Geldwäsche und Diebstahl vehement. Mit auf der Anklagebank: sein damaliger Freund Danny B. (36), für den er seinen Angaben zufolge zum Straftäter wurde, weil dieser chronisch unter Geldmangel litt.

Verteidigerin: Dienste für den Freund

„Er wollte Danny unter die Arme greifen“, sagte Rechtsanwältin Nadine Lippold zum Motiv ihres Mandanten, der inzwischen in einem Call-Center arbeitet. Stefan M. selbst habe aber „nicht partizipiert“, sondern seinem von Hartz IV lebenden Kumpel als „Freundschaftsdienst“ Beträge zukommen lassen.

Laut Anklage startete die Serie am 10. Juni 2014. Vom eigenen Sparkassenkonto, von dem auch Lehrlinge und Studenten Gutscheine erhielten, überwies Stefan M. 25 Euro auf das Girokonto des Kumpels. Verwendungszweck: „Alles Gute für den Berufsstart!“ Das wiederholte sich im August – diesmal mit den Worten „Viel Erfolg im Studium“.

Abbuchung vom Konto einer Verstorbenen

Staatsanwalt Andreas Heckler lastete Stefan M. an, dem Mitangeklagten mehrfach dreistellige Summen in bar ausgezahlt zu haben, obwohl das Konto nicht gedeckt war. Als Kundenberater soll er öfter Kontosperren gelöscht und dem klammen Freund mal einen Dispokredit in Höhe von 500 Euro gewährt, dann wieder eine neue Karte ausgestellt und persönliche Daten wie Beruf und Einkommen gefälscht haben. Am 27. Februar vergriff sich Stefan M. sogar an dem Konto einer verstorbenen Frau – und ließ Danny B. 450 Euro zukommen.

Dieser Anklagepunkt „macht mir am meisten zu schaffen“, räumte der einstige Bankberater ein, der nach seinen Worten in etlichen Filialen der Leipziger Sparkasse gearbeitet hat – zuletzt in der Ludwigsburger Straße. Sein Vorgehen sei „moralisch verwerflich“ und tue ihm sehr leid. Wegen der Not des Freundes sei er selbst „in Schwulitäten“ geraten. Wäre er nicht entlassen worden, hätte er mit einer für Mai 2015 erwarteten Sonderzahlung – insgeheim – alles ausgleichen können. Noch bis 8. März 2015 hielt die Serie an.

Das Ende einer Freundschaft

Auch Mitangeklagter Danny B. legte ein Geständnis ab. Seine Verteidigerin Kerstin Linnemann gab eine entsprechende Erklärung ab. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans Weiß, wer die Idee des Geldabzweigens hatte, antwortete Danny B.: „Stefan und ich.“

Wie eine Rechtsanwältin der Sparkasse vor Gericht sagte, war das Verschwinden der 10 000 Euro Anlass für interne Ermittlungen und letztlich die Anzeige. Bei der Tiefenprüfung seien etliche „Auffälligkeiten“ ans Licht gekommen.

Stefan M. nahm schließlich Kredite zur Schuldenbegleichung auf. In Bezug auf Danny M. sagte er: „Wir sind nicht verfeindet, haben seit 2016 aber keinen Kontakt mehr.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Sabine Kreuz

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