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Geldstrafe für alleinerziehenden Vater: Teenager-Zwillinge gezüchtigt

Kindes-Misshandlung in Leipzig Geldstrafe für alleinerziehenden Vater: Teenager-Zwillinge gezüchtigt

Ein alleinerziehender Vater aus Leipzig, der mit seinen pubertierenden Zwillingssöhnen überfordert war, sie geschlagen und mit dem Luftgewehr bedroht hat, ist am Mittwoch vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 48-Jährige hatte zuvor die Misshandlungen gegenüber den zur Tatzeit 13-Jährigen eingeräumt.

Ein Fall für Justitia: Die Misshandlungen von Zwillingen in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Ein alleinerziehender Vater aus Leipzig, der mit seinen pubertierenden Zwillingssöhnen überfordert war und sie gezüchtigt hat, ist am Mittwoch vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 13 Euro (1560 Euro) verurteilt worden. Der 48-Jährige, der zur Tatzeit Ende 2014/Anfang 2015 bereits von seiner Ehefrau getrennt gelebt hat und inzwischen geschieden ist, hatte zuvor Misshandlungen gegenüber den damals 13-Jährigen eingeräumt.

Verteidiger Malte Heise gab eine Erklärung für seinen Mandanten ab, wonach der arbeitslose Mess-Techniker seine Kinder sehr liebe und sein Bestes versucht habe. Bei der Sanktionierung des Fehlverhaltens der beiden Teenager sei er jedoch „übers Ziel hinausgeschossen“ und oft hilflos gewesen, wenn diese seine Weisungen nicht befolgt hätten.

Der Anklage zufolge hat Holger L. die Jungen in der Wohnung in Schönefeld-Abtnaundorf mit Fäusten oder Gegenständen geschlagen, wenn sie etwa zu spät nach Hause kamen, ihm Antworten verweigerten oder ihrer Mutter Geld stahlen. In einem Fall durfte einer der Jungen zwei Tage nicht zur Schule gehen, damit keiner seine Verletzungen sieht. Die Situation eskalierte, als am 26. Februar 2015 eines der Kinder seiner Mutter per Handy-Nachricht die Misshandlungen schilderte. Als der Vater das mitbekam, habe er ein Luftgewehr auf den Jungen gerichtet und ihm angedroht, dass „Verräter“ getötet und ihnen der Kopf abgeschnitten würde, sagte Staatsanwältin Claudia Barthel. Außerdem habe er dem Jungen „einen Topf gegen den Kopf“ geschlagen und das Schlafen auf dem Flurfußboden angeordnet. Die Kinder hätten in ständiger Angst gelebt.

Der Prozess war am Morgen nach Verlesung der Anklage zunächst für ein sogenanntes Rechtsgespräch der Prozessbeteiligten unterbrochen worden. Dabei kam eine vorzeitige Verständigung auf eine Geldstrafe – im Gegenzug für ein Geständnis – zustande. Auch die Nebenkläger – die mittlerweile 15 Jahre alten Jungen – und ihre Vertreter stimmten zu. „Sie sind froh, wenn sie nicht vor Gericht aussagen müssen“, so Anwalt Hagen Karisch. Auch Strafrichterin Claudia Eppelt-Knochenstiern war der Ansicht, dass ihnen „der besondere Stress“ eines Prozesses erspart werden soll. Angesichts seines Vorstrafenregisters empfahl sie dem 48-Jährigen jedoch dringend, Hilfe in Anspruch zu nehmen, um seine „überschießenden Emotionen im Zaun halten“ zu können. Holger L. ist nicht wegen Körperverletzung, aber wegen mehrfacher Beleidigung sowie Bedrohung und Hausfriedensbruchs vorbestraft.

Mittlerweile hat der Langzeitarbeitslose keinen Kontakt mehr zu den Zwillingen, sie leben bei der Mutter. Aber seinen jüngsten, elf Jahre alten Sohn, sieht er regelmäßig an Wochenenden und in den Ferien.

Von Sabine Kreuz

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