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Polizeiticker Leipzig Gewaltdrohungen gegen Hundebesitzer im Leipziger Westen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Gewaltdrohungen gegen Hundebesitzer im Leipziger Westen
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19:53 30.06.2015
Gewaltdrohung gegen Hundehalter: Diese Zettel wurden im Leipziger Westen ausgehängt. Quelle: Michael Frömmert
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Leipzig

Im Leipziger Westen sind Drohungen gegen Hundebesitzer aufgetaucht. Unbekannte haben in Kleinzschocher A4-große Zettel an mehreren Pfosten für Verkehrsschilder verteilt. In dem Schreiben drohen die Verfasser in derber Sprache Hundehaltern, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht ordnungsgemäß entsorgen, Gewalt an. Nun ermittelt die Polizei.

Eine Hundebesitzerin habe die Beamten am Dienstagmorgen über die Plakate informiert, teilte Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage von LVZ.de mit. „Wir prüfen den Anfangsverdacht der Bedrohung.“ Ob der Inhalt tatsächlich strafrechtlich relevant ist, sei nun Gegenstand der Ermittlungen. Allerdings richte sich das Pamphlet nicht gegen eine konkrete Person.

Bislang gibt es noch keine Hinweise darauf, wer die Zettel angebracht hat. Unklar ist auch, wann sie verteilt wurden und wie viele es von ihnen gibt. Zunächst waren mehrere Exemplare vor allem in der Wigand- und der Klingenstraße zu finden.

Gewaltdrohung gegen Hundehalter: Zettel wie dieser wurden im Leipziger Westen ausgehängt. Quelle: Michael Frömmert

In dem Schreiben unterbreiten die Verfasser in sarkastisch-ironischem Unterton einen „kostenlosen Service“. Hundebesitzern, die ihre Tiere die Notdurft auf dem Gehweg oder vor Eingangstoren verrichten ließen, wird gedroht, dass „Ukrainisches Personal“ angewiesen sei, „Ihnen den Hundekot gleichmäßig über Gesicht und Oberkörper zu verteilen“. Wer sich dagegen wehre, bekomme „die Fresse poliert“. Unterzeichnet sind die Zettel mit „Ihre Nachbarn im Viertel“.

In Leipzig sorgen die Hinterlassenschaften von Vierbeinern immer wieder für Diskussionen. Hundebesitzer und ihre Gegner stehen sich dabei häufig unversöhnlich gegenüber, die Debatte wird verbal aggressiv geführt – wie die nun aufgehängten Zettel erneut belegen. Extreme Auswüchse findet die Auseinandersetzung in den Versuchen, die Hunde umzubringen oder zumindest schwer zu verletzen: In der Vergangenheit haben Hundehasser wiederholt Köder in Leipziger Parks ausgelegt. In den Wurststückchen wurden entweder Gift oder spitze Gegenstände versteckt. Mehrere Tiere starben daran oder konnten nur durch Notoperationen gerettet werden. Bei gefährlichen Hundeködern war Leipzig im vergangenen Jahr trauriger Spitzenreiter in Sachsen.

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