Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Gigantischer Betrug mit falschen Fahrschülern in Leipzig - 900.000 Euro Schaden
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Gigantischer Betrug mit falschen Fahrschülern in Leipzig - 900.000 Euro Schaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 15.04.2013
Muss nicht hinter Gitter: Angeklagte Petra S. am 15.04.2013 im Landgericht. Quelle: André Kempner

Wie Staatsanwältin Ursula Fiebig am Montag zum Prozess am Landgericht schilderte, rechneten der mittlerweile verstorbene Inhaber Peter S. und dessen Frau Petra bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) massenhaft Kurse ab, obwohl diese nie stattgefunden haben.

Allein beim ersten Fall am 19. Juli 2006 tauchten auf der Rechnung die Namen von 192 Teilnehmern auf, tatsächlich waren es nur 17. Insgesamt soll die Fahrschule zwischen Juli 2006 und März 2011 für 15.472 Fahrsicherheitstrainings Zuschüsse der Berufsgenossenschaft kassiert haben, dabei existierten 14.651 Lehrgänge nur auf dem Papier. Das ergaunerte Geld soll in Gehälter von Angestellten sowie Sanierungen in der Fahrschule geflossen sein. 400.000 Euro liegen laut BGHM auf einem Privatkonto.

Ein BGHM-Vertreter räumte vor Gericht ein: "Die Rechnungen wurden nicht überprüft, ob diese schlüssig sind, ob die Schüler überhaupt da waren." Gegen einen BGHM-Angestellten sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Aufgeflogen sei die Sache erst, als eine gewissenhafte Urlaubsvertretung die Unterlagen der Fahrschule gründlicher unter die Lupe nahm.

"Das ist ein gigantisches, unglaubliches Schadensvolumen", so Staatsanwältin Fiebig, die der Angeklagten gemeinschaftlichen, gewerbsmäßigen Betrug in 82 Fällen anlastete. Der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr sagte: "Bei diesen Summen wird einem schwindlig."

Dennoch waren sich alle Verfahrensbeteiligten - Gericht, Staatsanwältin, und Verteidigerin Kerstin Linnemann - einig, dass der 61-jährigen Petra S. aufgrund besonderer Umstände ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt erspart werden sollte. So spielte die Angeklagte in dem Betrugsfall nach Ansicht des Gerichts lediglich eine untergeordnete Rolle. Zudem seien die Konsequenzen für sie dramatisch: Ihr schwerkranker Ehemann - er gilt als Initiator des Abrechnungsbetrugs - starb während des Strafverfahrens. Zuvor hatte das Ehepaar sich einer Zwangsvollstreckung unterworfen und gegenüber der BGHM ein Schuldeingeständnis abgelegt. Ihre Altersrücklagen sind weg, Petra S. lebt derzeit von Krankengeld.

"Ich kann es immer noch nicht verstehen", sagte sie, "mache mir große Vorwürfe." Das Gericht verurteilte sie zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt auf zweieinhalb Jahre Bewährung. "Das ist ein absoluter Ausnahmefall", betonte Richter Harr angesichts der ungewöhnlich milden Strafe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2013

Döring, Frank

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:500-2302643347001-LVZ] Leipzig. Die Polizei hat am Montag die Leiche aus dem Cospudener See geborgen. Ein Taucher holte am Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr den leblosen Körper aus gut 43 Metern Tiefe an die Oberfläche.

15.04.2013

Den Zusammenstoß mit einem Auto hat am Sonntagabend ein Biber auf der Bundesstraße 183a nicht überlebt. Das Tier wollte gegen 21.30 Uhr in Richtung Delitzsch auf Höhe einer Mülldeponie die Straße überqueren und wurde von dem Pkw eines 20-Jährigen erfasst.

15.04.2013

Mit vorgehaltenem Messer haben drei Unbekannte am Sonntagmorgen ein Mobiltelefon sowie Bargeld von einem 24-Jährigen in Leipzig-Eutritzsch erbeutet. Nach Angaben der Polizei vom Montag telefonierte das Opfer zuvor gegen 5.30 Uhr in der Dessauer Straße, als ihm ein Mann entgegen kam und nach der Uhrzeit fragte.

15.04.2013
Anzeige