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Polizeiticker Leipzig Großrazzia in Leipzig und fünf Bundesländern: LKA nimmt Gebrauchtwagen-Betrüger fest
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Großrazzia in Leipzig und fünf Bundesländern: LKA nimmt Gebrauchtwagen-Betrüger fest
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17:32 01.04.2014
Dem LKA ist ein Schag gegen Gebrauchtwagen-Betrüger gelungen. Bei einer Großrazzia in Leipzig wurde ein Verdächtiger festgenommen. Quelle: dpa
Leipzig

Schwerpunkt der Aktion war Leipzig: Hier wurde nach LKA-Angaben ein Mann festgenommen, der als Hauptverdächtiger gilt. Ihm wird vorgeworfen, im großen Stil illegale Geschäfte mit Gebrauchtwagen betrieben zu haben.

Es geht um manipulierte Kilometerstände und geänderte Fahrzeugpapiere: Über mehrere Jahre soll der Leipziger zusammen mit Komplizen Autos manipuliert haben, um deren Verkaufswert zu steigen. „Teilweise wurden auch die IDs der Fahrzeuge verändert“, sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt gegenüber LVZ-Online. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt gegen den mutmaßlichen Kopf der Gruppe wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges. Zum Alter des Mannes sowie zu möglichen Hintermännern machte das LKA keine Angaben.

200 Ermittler im Einsatz – Autos und Computer beschlagnahmt

Der Großeinsatz startete bereits am Vormittag: Rund 200 Ermittler des LKA und der Polizeidirektion (PD) Leipzig rückten laut Bernhardt zu der akribisch geplanten Durchsuchung aus. Im Visier standen insgesamt 47 Objekte in Leipzig, Sachsen-Anhalt, Hessen, Hamburg, Berlin und Thüringen. „Der Schwerpunkt lag in Leipzig, hier befand sich auch ein Großteil der Objekte“, erklärte der Sprecher. Der Hauptverdächtige, ein Deutscher, soll von Leipzig aus über mehrere Jahre sein illegales Geschäft betrieben und Autokäufer sowie -händler geprellt haben. Gegen ihn wurde noch am Dienstag Haftbefehl erlassen.

Die Ermittler stellten diverses Beweismaterial sicher, darunter Urkunden, Papiere sowie IT-Technik. „Es sind auch verfälschte Fahrzeuge beschlagnahmt worden“, so Bernhardt. Wie viele Wagen von der Bande manipuliert wurden und wie viele Käufer betroffen sind, dazu konnte er noch keine Angaben machen. Auch die Höhe des entstandenen Schadens ist bislang unklar. „Zunächst müssen alle Beweismittel ausgewertet werden. Das wird einige Tage dauern“, erklärte der LKA-Sprecher.

Merbitz: „Schlag gegen kriminelle Bandenstrukturen“

Bernd Merbitz: "Schlag gegen kriminelle Bandenstrukturen im Bereich der Wirtschaftskriminalität." Quelle: André Kempner

In Schweigen hüllten sich die Ermittler auch zu der Frage, welche Betriebe von der Durchsuchung betroffen waren und wo diese stattfanden. Um die Unternehmen zu schützen, würden keine Details bekanntgegeben, betonte Bernhardt. „Möglich ist, dass Betriebe, die durchsucht wurden, auch in gutem Glauben gehandelt haben. Es soll niemand diskreditiert werden.“

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz wertete die Razzia als Erfolg. „Mit den gemeinsam vom LKA Sachsen und der PD Leipzig geführten Maßnahmen ist ein bedeutender Schlag gegen kriminelle Bandenstrukturen im Bereich der Wirtschaftskriminalität gelungen“, sagte er. Eine gemeinsame Ermittlergruppe der Polizei und des LKA hatte seit geraumer Zeit Beweise gesammelt, die nun in die vom Amtsgericht erlassene Großrazzia mündeten.

 „Diese Delikte der Wirtschaftskriminalität treffen die Bürger still und heimlich“, betonte LKA-Chef Jörg Michaels. Meist hätten die Opfer „gar keine Chance“, den Betrug zu erkennen. Zur Frage, ob diesen nun Schadensersatz zusteht, konnte das LKA am Dienstag noch keine Angaben machen.

Robert Nößler

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