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Polizeiticker Leipzig Großrazzia wegen Poker-Betrug in Leipzig und Dresden
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Großrazzia wegen Poker-Betrug in Leipzig und Dresden
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18:42 15.05.2018
Auch in Leipzig und Dresden sollen die manipulierten Pokerrunden ausgetragen worden sein. Quelle: dpa
Dresden/Leipzig

Großrazzia im Pokermilieu: Das sächsische Landeskriminalamt (LKA) hat illegale und manipulierte Kartenspielrunden ins Visier genommen. In sieben Bundesländern gab es am Dienstag Durchsuchungen wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges, wie die Ermittler in Dresden mitteilten.

Die Razzien in Sachsen fanden in Markkleeberg bei Leipzig, Dresden und Zwickau statt. Auch in Hamburg, Rostock, Berlin, Cottbus, Leimen und Wörth am Rhein gab es Durchsuchungen. Rund 300 Beamte waren in insgesamt 23 Objekten im Einsatz. Dabei wurden sechs Haftbefehle vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial, darunter Geld und Datenträger, sichergestellt. Zudem beschlagnahmten die Beamten eine Schusswaffe sowie Betäubungsmittel.

Turniere mit manipulierter Technik

Der Bande wird vorgeworfen, bei manipulierten Pokerrunden seit mindestens April 2014 die Teilnehmer um insgesamt 660.000 Euro betrogen zu haben. Ausgetragen wurden die Turniere nach bisherigen Erkenntnissen in Leipzig, Dresden, Hamburg, Rostock, Zwickau und auf Mallorca. Dabei betrogen die Tatverdächtigen laut LKA die Spieler mithilfe einer raffinierten Technik.

Bei den Turnieren sei „eigens dafür angeschafftes spezielles technisches und entsprechend manipuliertes Equipment“ zum Einsatz gekommen, hieß es. Der Gewinn pro Spieltag habe sich im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich bewegt und sei zwischen den Betrügern „unter vorher festgelegten Konditionen untereinander aufgeteilt“ worden, so das LKA.

Auch Hells Angels unter Verdacht

Seit Oktober 2017 liefen die Ermittlungen des LKA und der Staatsanwaltschaft Dresden gegen 15 Beschuldigte. Bei mehreren Tatverdächtigen handele es sich um Mitglieder der Rocker-Gruppierung Hells Angels aus Berlin, hieß es. Diese sollen regelmäßig Pokerrunden mit liquiden, teils auch prominenten Spielern organisiert haben. Genauere Angaben zu den Opfern machten die Ermittler nicht.

Von nöß (mit dpa)

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