Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Gutachter: Mutmaßlicher Mörder von Leipziger Tagesmutter voll schuldfähig

Gutachter: Mutmaßlicher Mörder von Leipziger Tagesmutter voll schuldfähig

Zwar attestierte Psychiater Frank Wendt dem mutmaßlichen Mörder von Tagesmutter Monika C. Persönlichkeitsstörungen. Den Grad einer Deformation hätten sie aber nicht erreicht, sagte der Gutachter am Montag, em sechsten Tag des Prozesses um das Tötungsverbrechen vom 9. Oktober 2013 in der Leipziger Südvorstadt.

Leipzig. Seiner Einschätzung nach war der Angeklagte Tobias K. (24) voll schuldfähig. "Es gibt auch keine Hinweise auf eine besondere emotionale Verstörtheit am Tattag", so Wendt im Landgericht. Einen Affekt schloss er gleichfalls aus. Dagegen spreche das von Zeugen berichtete kontrollierte Verhalten.

Auch am Montag wollte sich Tobias K. nicht zu den schweren Vorwürfen äußern. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans Jagenlauf, ob er noch Erklärungen abgeben wolle, schüttelte der Angeklagte nur mit dem Kopf. Wie berichtet, hatte der 24-Jährige im Vorfeld des Prozesses den Mord an der Mutter seiner damaligen Lebensgefährtin Tanja L. (42) bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mindestens 34 Mal mit einem Messer sowie einer Schere auf die Frau in ihrer Wohnung in der Kantstraße eingestochen und sie danach beraubt zu haben. 19 Stichverletzungen gab es laut Rechtsmediziner Carsten Hädrich allein im Gesicht. Nach seiner Einschätzung hat sich die 64-Jährige massiv verteidigt. "Dafür sprechen typische Abwehrverletzungen an Händen und Armen."

Aufgrund der Auswertung von diversen Spuren war sein Kollege Benjamin Ondruschka der Auffassung, dass sich Tobias K. "mit hoher Wahrscheinlichkeit am Tatort" aufgehalten habe und "eine unmittelbare Tatbeteiligung anzunehmen" sei. Der Rechtsmediziner verwies unter anderem darauf, dass an der Hose des Opfers DNA-Spuren des Angeklagten gesichert worden waren. Zudem hielt der Sachverständige die Erklärung des 24-Jährigen zu seinen Verletzungen an der rechten Hand, die er justament am Tag des Mordes erlitten hatte, für nicht plausibel. Ein Schneiden an Bierflaschen-Scherben oder ein Fahrradsturz passe nicht zu den Schnittwunden. Laut Gutachter entstünden sie vielmehr durch "das Umfassen einer scharfen Klinge", wie sie beim Abrutschen vom Messerschaft entstanden sein könnte. Für Dienstag sind die Plädoyers angekündigt. Ob das Gericht danach oder an einem anderen Tag urteilt, blieb am Montag offen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2014

Sabine Kreuz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr