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Gutachter spricht im Totschlags-Prozess in Leipzig - noch kein Urteil

Sturz von der Stoßstange Gutachter spricht im Totschlags-Prozess in Leipzig - noch kein Urteil

Ein Sturz von der Stoßstange war wohl ursächlich für den Tod eines 51-Jährigen in Leipzig. Eine junge Frau bestreitet, das Opfer danach absichtlich überfahren zu haben. Sie muss sich wegen Totschlags verantworten.

Totschlagsprozess am Landgericht Leipzig. Die 21-jährige Angeklagte bestreitet, das 51-jährige Opfer absichtlich überrollt zu haben. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig. - Der Prozess um den tödlichen Streit wegen freilaufender Hunde in der Schönefelder Allee verzögert sich. Am fünften Verhandlungstag an diesem Montag war zumindest mit den Plädoyers gerechnet worden. Doch weil der Staatsanwalt erkrankt war und eine Vertreterin schickte, werden die Schlussvorträge der Verfahrensbeteiligten und das Urteil frühestens für Mitte April erwartet.

Wegen Totschlags angeklagt ist eine 21-jährige Studentin für Malerei und Grafik. Yvonne R. soll am 25. März 2015 gegen 14 Uhr den 51-jährigen Peter K. mit ihrem Transporter überrollt haben und danach geflüchtet sein. Auslöser war eine Auseinandersetzung um ihre am Mariannenpark freilaufenden Hunde.

Um die junge Frau am Fortfahren zu hindern, hatte sich das spätere Opfer auf die vordere Stoßstange ihres Mercedes gestellt. Laut Staatsanwaltschaft beschleunigte die Angeklagte und fuhr Schlangenlinien, um den Mann abzuschütteln. Peter K., der an diesem Tag Geburtstag hatte, wurde auf die Fahrbahn geschleudert und überfahren.

Wie Rechtsmediziner Vladimir Wenzel am Montag berichtete, starb der Mann aufgrund des Sturzes auf die Straße an einem schweren offenen Schädel-Hirn-Trauma. Allerdings sei dieser Sturz mit einer starken Beschleunigung einher gegangen, anders ließe sich die Art und Schwere der Verletzungen nicht erklären. Und: Peter K. muss vollkommen überrascht gewesen sein, denn Rechtsmediziner fanden keine Anzeichen dafür, dass er versuchte, sich beim Fallen abzufangen. Als er Sekunden später von dem Transporter überrollt wurde, habe er allerdings noch gelebt. Bei der Obduktion wurden neben dem Schädel-Hirn-Trauma weitere erhebliche Verletzungen festgestellt.

Yvonne R. bestritt im Prozess bislang jegliche Absicht. Sie habe nicht gemerkt, dass sie den Mann überfahren hat. Die Staatsanwaltschaft hatte der Studentin zunächst Mord angelastet. Yvonne R. saß deshalb in Untersuchungshaft, ist derzeit aber auf freiem Fuß.

Von Frank Döring

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