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Haft und Therapie: Landgericht Leipzig verurteilt zwei radelnde Räuber

Motiv: Drogensucht Haft und Therapie: Landgericht Leipzig verurteilt zwei radelnde Räuber

Sie kamen mit dem Fahrrad, brausten an ihre Opfer heran, um dann blitzartig mit ihrer Beute verschwinden zu können: Zwei radelnde Räuber sind vom Landgericht Leipzig zu jeweils mehreren Jahren Haft und zur Therapie verurteilt worden. Tatmotiv: Drogensucht.

Radelnde Räuber: Das Landgericht Leipzig verurteilte zwei Täter zu jeweils mehreren Jahren Freiheitsentzug.

Quelle: dpa

Leipzig. Sie kamen mit dem Fahrrad, brausten meist von hinten an ihre Opfer heran, um dann blitzartig mit ihrer Beute – Handtasche oder Rucksack – verschwinden zu können: Zwei radelnde Räuber erhielten dafür vom Landgericht Leipzig die Quittung. In gesonderten Prozessen wurden sie zu jeweils mehreren Jahren Freiheitsentzug verurteilt und außerdem zur Therapie in den Maßregelvollzug eingewiesen. Beide Männer sind drogenabhängig. Motiv: Geldbeschaffung für ihre Sucht.

Mit drei Jahren und acht Monaten Haft endete am Donnerstag das Verfahren gegen Marcel P. (33), der Zimmermann gelernt und als Gleisbauer gearbeitet hatte. Er war der Droge Crystal verfallen. Nach Ansicht des Gerichts beabsichtigte er im Herbst 2016 zunächst den „schnellen Diebstahl“. Fünf Fälle wurden ihm zur Last gelegt. Tatzeit: 31. Oktober bis 22. November. Als sich Betroffene allerdings wehrten, wendete oder drohte er Gewalt an.

Der gravierendste Fall: Am 20. November 2016 hatte Marcel P. einer 86-jährigen Frau in der Feuerbachstraße die Tasche entreißen wollen – doch sie hielt fest, wurde meterweit mitgeschleift und musste letztlich aufgeben. Von zu Hause aus alarmierte sie die Polizei; doch noch während des Telefonats erlitt sie einen Herzinfarkt. Weil der Beamte sofort ärztliche Hilfe hinschickte, überlebte die Frau. Während des Prozesses habe sich der Angeklagte (er hatte alles gestanden) für diesen schweren Raub „glaubhaft entschuldigt“, sagte der Vorsitzende Richter Berthold Pfuhl. Er bezeichnete die ausgesprochene Gesamtfreiheitsstrafe als „mild“. Doch der Angeklagte sei eigentlich nicht „der übliche Raubtäter“; sollte er die Therapie-Chance aber nicht nutzen, stehe ihm voraussichtlich „eine kriminelle Karriere“ bevor. Staatsanwalt Ralph Hornig wollte fünfeinhalb Jahre, Verteidigerin Aline Luderer dreieinhalb Jahre Haft.

Das zweite Verfahren gegen den radelnden Räuber Enrico T. aus Leipzig hatte mit dreieinhalb Jahren Gefängnis geendet. Tatzeit: 22. August bis 13. September 2016. Auch der 38-Jährige, der auf der Straße gelebt und 20 Jahre lang Heroin genommen hatte, gab am Landgericht die vier vorgeworfenen Fälle zu. Demnach hatte er im Leipziger Süden eine Tasche beziehungsweise einen Rucksack aus Fahrradkörben entwendet; zudem einem 27-jährigen Opfer per Faustschlag die Nase gebrochen und einem 15-Jährigen gewaltsam das Handy abgenommen. Enrico T. wollte eine Therapie: „Allein packe ich es nicht“, meinte er.

Von Sabine Kreuz

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