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Haftbefehl gegen Unister-Chef Wagner nach Razzia in Leipzig – Fluchtgefahr

Haftbefehl gegen Unister-Chef Wagner nach Razzia in Leipzig – Fluchtgefahr

Gegen zwei Führungskräfte des Leipziger Internetanbieters Unister ist am Dienstag Haftbefehl erlassen worden. Laut LVZ-Informationen soll auch Geschäftsführer Thomas Wagner zu den beiden Verhafteten gehören.

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Unister-Chef Thomas Wagner hatte sein Unternehmen 2002 als Start-Up gegründet. Auch gegen ihn laufen nun Ermittlungen.

Quelle: dpa

Leipzig. Es bestehe Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Die Verdächtigen waren am Dienstagmorgen bei einer Razzia des Landeskriminalamtes (LKA) festgenommen worden und befinden sich nun in der JVA Dresden.

Auch weitere Verdächtige stehen im Fokus. „Wir ermitteln gegen acht Führungsmitglieder wegen des Verdachts der unbefugten Geschäftstätigkeit und Steuerhinterziehung“, sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden.

Die Firma soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben und dafür keine Steuern gezahlt haben, sagte Klein gegenüber LVZ-Online. Der Steuerschaden belaufe sich auf rund eine Million Euro.

Die Durchsuchung der Geschäftsräume in Leipzig begann am frühen Morgen gegen 8.30 Uhr. Beamte der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) beschlagnahmten in der Zentrale der Internetfirma im Barfußgäßchen unter anderem Computer und Akten. Die Mitarbeiter durften nicht mehr an ihren Rechnern weiterarbeiten. Rund 130 Ermittler hätten insgesamt 20 Büros und Wohnungen durchsucht, insbesondere in Leipzig, aber auch in Dresden, Hamburg und Stralsund, so Klein.

Ermittlungen gegen acht Mitarbeiter aus der Firmenspitze

Insgesamt werde gegen acht Mitarbeiter „aus der Führungsebene von Unister“ ermittelt, darunter auch Firmenchef Thomas Wagner, erklärte der Oberstaatsanwalt. „Wir gehen davon aus, dass die Firma über die von ihr betriebenen Internetportale Versicherungsprodukte vertrieben hat, ohne dafür die erforderliche Genehmigung des Bundesaufsichtsamts für Versicherungswesen zu haben“, so Klein.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen insbesondere Reiserücktrittsversicherungen, die über Seiten wie ab-in-den-urlaub.de, reisen.de oder fluege.de angeboten wurden. Das Verfahren ging laut Klein auf eine anonyme Anzeige von Anfang Oktober zurück. „Den Vorwürfen sind wir nachgegangen. Im Laufe der Ermittlungen hat sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung und unbefugter Geschäftstätigkeit nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) bestätigt.“

Unister will Vorwürfe von Anwälten prüfen lassen

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Die Räume der Leipziger Firma Unister werden am Dienstag durchsucht.

Quelle: dpa

Die Durchsuchungen hätten die Geschäftsführung "doch ziemlich überrascht und verwundert", sagte Unister-Unternehmenssprecher Konstantin Korosides der Leipziger Volkszeitung. "Wir werden jetzt durch unsere Anwälte prüfen lassen, was sich daraus entwickelt - aber ohne jeden Aktionismus." Wegen der laufenden Ermittlungen wolle er zurzeit keine weiteren Einzelheiten nennen, so Korosides.

Das 2002 gegründete Internetunternehmen Unister beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1500 Mitarbeiter in Leipzig, Hamburg, Dresden, Chemnitz, Jena, Magdeburg und Stralsund. Es betreibt verschiedene Online-Portale zu Themen wie Automobile, Finanzen, oder Reisen.

Im Leipziger Barfußgäßchen werden Urlaube und Flüge inklusive der zusätzlichen Rücktrittsversicherungen auch in einem Reisebüro verkauft – der Betrieb des Ladengeschäfts lief am Dienstagmorgen ganz normal weiter.

Robert Nößler / Winfried Mahr / Andreas Dunte

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