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Haftstrafe für Chef von Leipziger Graffiti-Crew

Haftstrafe für Chef von Leipziger Graffiti-Crew

Bis zum Schluss hat René E. gestern seine Schuld bestritten. Amtsrichterin Ute Pisecky war nach dreitägiger Beweisaufnahme jedoch überzeugt: Der Kopf der Leipziger Sprayer-Bande ORG hat am 8. April 2012 mit einem Komplizen auf dem Areal des Hauptbahnhofes einen Zug besprüht.

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Das ORG-Graffiti am früheren Robotron-Gebäude. (Archivbild)

Quelle: Fast Drips auf streetfiles.org CCLizenz

Leipzig. Es handelte sich um Graffiti auf acht Quadratmetern, deren Farbe noch ganz frisch war, als René E. in unmittelbarer Nähe des IC von Bundespolizisten gestellt wurde. Er hatte sich als Bahn-Arbeiter - mit orangefarbener Warnweste, Eimer sowie Besen - verkleidet.

Sanktion für den 28-Jährigen: fünf Monate Haft wegen Sachbeschädigung. Einbezogen wurde noch eine Vorstrafe wegen des Besitzes eines illegalen Böllers. Das Amtsgericht billigte dem Drucker und einstigen Sprayer-Laden-Betreiber in Leipzig keine Bewährung mehr zu. Gründe: "Zur Tatzeit war der Angeklagte bereits sechsmal vorbestraft. Außerdem stand er unter laufender Bewährung", so die Richterin. Noch vor der Urteilsverkündung hielt sie eine mildere Strafe für denkbar - aber nur bei einem Geständnis. Verteidiger Dirk Altermann erklärte jedoch nach Beratung mit seinem Mandanten, der bis dato geschwiegen hatte: "Er sagt, er war es nicht. Insofern gibt es auch keine Einlassung von ihm." Altermann plädierte auf Freispruch: "Es gibt nichts bis auf ein paar Indizien. Und die widersprechen sich." Die Staatsanwaltschaft war indes von der Schuld überzeugt, hatte sechs Monate Haft beantragt und hielt wegen der negativen Sozialprognose eine Aussetzung auf Bewährung für ausgeschlossen.

Wie berichtet, sitzt René E. wegen gleichartiger Delikte bereits hinter Gittern. Vorläufiges Strafende: 19. Januar 2015. Es dürfte sich um weitere fünf Monate verschieben, sollte das gestrige Urteil rechtskräftig werden. Allerdings werden René E. in noch anhängigen Verfahren Schmierereien an drei weiteren Zügen vorgeworfen. Zudem läuft auch in Nürnberg ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung.

Wie berichtet, war er Anfang dieses Jahres auf der Flucht und mit Haftbefehlen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern gesucht worden. Nachdem ihn ein Polizist aufgrund seiner Tattoos an Hals, Armen und Händen erkannt hatte, wurde er am 11. März in Connewitz festgenommen. ORG liefert sich seit Jahren einen Kampf mit der RCS-Bande um das größte Graffito in Leipzig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014

Kreuz, Sabine

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