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Polizeiticker Leipzig Hakenkreuz auf der Brust - Haft für Vorbestraften
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Hakenkreuz auf der Brust - Haft für Vorbestraften
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23:59 15.04.2014
Das Landgericht Köln bringt zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten Teile der Netzgemeinde gegen sich auf. Quelle: Uli Deck/Symbolbild

Benjamin S. hatte sich Anfang 2013 im sozialen Netzwerk Facebook per Foto vorgestellt, auf dem er mit Hakenkreuz-Tattoo auf seiner Brust zu sehen ist.

Auf einem weiteren Bild zeigt er den Hitlergruß. Wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und weiterer Delikte wie Betrug, Leistungserschleichung und Diebstahls hatte ihn bereits die Vorinstanz, das Amtsgericht, im Dezember 2013 schuldig gesprochen, ihm jedoch noch einmal Bewährung zugebilligt. Begründung: "Er ist ein junger Mann und hat gute Vorsätze." Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung mit dem Ziel sowohl einer höheren Sanktion als auch dem Versagen von Bewährung ein. Der erst 22-jährige gebürtige Hallenser, der zur Tatzeit in der Wurzner Straße in Leipzig wohnte, habe bereits zehn Vorstrafen quer durch das Strafgesetz auf seinem Konto. Zuletzt war der Förderschüler, der zwar keine Fahrerlaubnis besitzt, aber dennoch mehrere Pkw durch Leipzig steuerte, wegen Diebstahls und Sachbeschädigung aufgefallen. So hatte er beispielsweise in Autohäusern Fahrzeuge mit Werkzeugen angehoben und dann die Räder gestohlen.

Das Hakenkreuz auf der Brust sei "aus Dummheit" entstanden, angeblich will er es durch eine andere Tätowierung überdecken lassen - durch Spongebob, einen Zeichentrick-Helden. "Ihm fehlen die finanziellen Mittel für eine Entfernung per Laser", meinte gestern Verteidiger Mario Thomas, der für Bewährung plädierte. Das Amtsgericht-Urteil sei "mit Augenmaß" gesprochen worden. Staatsanwalt Christoph Kruczynski beantragte neun Monate Haft - ohne Bewährung. Das Gericht beließ es bei sechs Monaten, billigte S. aber keine Bewährung mehr zu. Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass er am berufsvorbereitenden Jahr in der Jugendstrafanstalt nur zeitweise teilnahm, weil er "einfach keinen Bock" hatte, sowie das schnelle Rückfallintervall des Täters.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2014

Sabine Kreuz

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