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Handy-Klau bei Leipziger Slipknot-Konzert: Trio trotz Haftstrafe auf freiem Fuß

Urteil am Amtsgericht Handy-Klau bei Leipziger Slipknot-Konzert: Trio trotz Haftstrafe auf freiem Fuß

Slipknot-Konzert und Highfield: Eine Diebesbande hat im großen Stil Handys gestohlen. Ein Trio wurde am Montag zu Haftstrafen verurteilt und kommt trotzdem auf freien Fuß.

Paul-Lucian S. (Mitte) war der mutmaßliche Kopf der Bande.

Quelle: Kempner

Leipzig. Sie zog ihre üble Masche nicht nur bei Konzerten in der Region Leipzig ab, sondern offenbar in ganz Europa: Eine Bande von sogenannten Antänzern, die das Gedränge vor Bühnen ausnutzte, um im großen Stil Rockfans zu bestehlen. Ziel der Begierde: hochwertige Smartphones. Die drei Männer, die im August 2016 beim Highfield-Festival am Störmthaler See auf frischer Tat mit 20 gestohlenen Handys festgenommen worden waren, sind am Montag am Leipziger Amtsgericht wegen schweren Bandendiebstahls in zwei Fällen verurteilt worden.

Entsprechend der Forderung der Staatsanwaltschaft verhängte das Gericht gegen den 21-jährigen Angeklagten 20 Monate Haft und gegen zwei 32-Jährige jeweils zwei Jahre und drei Monate Haft. Die drei Rumänen legten zuvor ein kurzes Geständnis ab, äußerten sich aber weder zur Struktur der Bande noch zu Mittätern.

Der verurteilte Andrei J.

Der verurteilte Andrei J.

Quelle: Kempner

Die Staatsanwaltschaft Leipzig legte dem Trio außer dem Beutezug beim Highfield-Festival noch den massenhaften Handyklau während des Slipknot-Konzertes auf der Neuen Messe zur Last. Laut Anklage hatten die Antänzer beim Auftritt der US-Metaller im Januar 2016 mindestens 60 Handys im Gesamtwert von 27. 250 Euro gestohlen. Der danach betriebene Ermittlungsaufwand, sagte gestern Oberstaatsanwältin Beate Herber, sei „überdurchschnittlich“ gewesen. Per Telefonüberwachung, Peilsendern an Autos und Observation kam die Leipziger Kripo den Tätern auf die Schliche. Dutzende Polizei-Beamte konnten das Trio schließlich beim Highfield-Festival dingfest machen. Der Wert der hier gestohlenen Beute: etwa 20 .000 Euro. 

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehört das Trio zu einer mindestens 20-köpfigen Bande. Die überwiegend aus Rumänien stammenden Männer sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Ziele seien nicht nur Konzerte in Deutschland gewesen, sondern unter anderem auch Festivals in Belgien, die Street Parade Zürich in der Schweiz sowie Limp-Bizkit-Konzerte in Holland und Frankreich.

Der verurteilte Andrei S.

Der verurteilte Andrei S.

Quelle: Kempner

Die drei Angeklagten, die seit knapp sechs Monaten in Untersuchungshaft sitzen, kamen am Montag nach der Urteilsverkündung überraschend auf freien Fuß. Sie erklärten, Deutschland sofort verlassen zu wollen. Eigentlich würden die drei Verurteilten in den kommenden Wochen - nach Rechtskraft des Urteils - eine Ladung zur Verbüßung ihrer Reststrafe erhalten. Mit ihrer Ausreise spart die deutsche Justiz nun die Haftkosten. Außerdem behalten sich die Behörden ein Druckmittel in der Hinterhand.

Sollten die drei Rumänen in den kommenden zehn Jahren wieder nach Deutschland einreisen, würde ihnen die sofortige Verhaftung und bei kriminellem Agieren zudem die Aufnahme noch anhängiger Ermittlungsverfahren in Leipzig drohen.

Das Trio steht laut Oberstaatsanwältin Herber im Verdacht, auch bei Konzerten in Lingen (Niedersachsen) und München im großen Stil zugeschlagen zu haben.

Sabine Kreuz

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