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Handyräuber schießen auf 19-Jährigen im Leipziger Westen

Brutaler Überfall Handyräuber schießen auf 19-Jährigen im Leipziger Westen

Ein 19-Jähriger und eine Begleiterin sind am Montagabend in Neulindenau von drei Männern überfallen worden. Dabei erbeuteten die Räuber ein Handy, das sich der junge Mann wieder zurückholen wollte. Nach einer längeren verbalen Auseinandersetzung fielen auch Schüsse.

Bei der Tatwaffe handelte es sich möglicherweise um eine Schreckschusspistole (Symbolfoto).
 

Quelle: dpa

Leipzig. Bei einem Raubüberfall in Leipzig-Neulindenau ist am Montagabend auf einen 19-Jährigen geschossen worden. Die unbekannten Täter griffen den jungen Mann nach Polizeiangaben gegen 23.45 Uhr am Karl-Heine-Kanal an. Wie Sprecherin Katharina Geyer am Dienstag berichtete, kamen vermutlich zwei Waffen zum Einsatz.

Verletzt wurde dabei offenbar niemand. Die Spuren deuteten darauf hin, dass es sich um Platzpatronen gehandelt haben könnte, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Den Schüssen ging eine längere Auseinandersetzung voraus.

Nach bisherigem Ermittlungsstand war der 19-Jährige in einer Gruppe in der Straße „Am Kanal“ unterwegs. Als er einen Anruf erhielt, reichte er das Telefon an eine Freundin weiter. Während des Gesprächs näherten sich zwei unbekannte Männer und forderten mit vorgehaltener Waffe das Handy von der jungen Frau, die der Drohung nachgab.

19-Jähriger verfolgt bewaffnete Räuber

Der 19-jährige Besitzer des Telefons folgte den Räubern, die entlang des Kanals verschwinden wollten, und forderte sein Handy zurück. Die Täter reagierten aggressiv. Einer von ihnen zückte erneut die Pistole, der andere wollte ihn daraufhin beschwichtigen. Nach einem kurzen Wortgefecht rannten die beiden davon, beschreibt die Polizei das weitere Geschehen.

Doch der Bestohlene gab nicht auf und folgte ihnen mit einem Freund zur nahegelegenen Wiprechtstraße. Dort hatte sich ein dritter Mann zu den Räubern gesellt. Wieder kam es zu einer heftigen Diskussion, bis einer der Täter versuchte, den 19-Jährigen anzugreifen. Dieser wehrte sich mit Pfefferspray und lief davon. Zwei der Unbekannten rannten ihm hinterher und feuerten Schüsse ab. Der Verfolgte versteckte sich in einem Gebüsch und verharrte dort eine Weile. Als später eine Frau vorbeikam, bat er sie, die Polizei zu informieren. Eine Fahndung der Sicherheitskräfte im Umfeld blieb allerdings ohne Erfolg.

Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Am Dienstagnachmittag veröffentlichten die Beamten eine detaillierte Täterbeschreibung und bitten nun Zeugen um Hinweise. Der erste Täter soll 25 bis 30 Jahre alt, 1,60 bis 1,70 Meter groß und kräftig gebaut sein. Er hat außerdem einen kurzen, gepflegten Vollbart sowie schwarzes, glattes Haar, das seitlich abrasiert ist. Am Montagabend trug er eine braune Lederjacke und hatte eine silberne Pistole bei sich. Er sprach gebrochenes Deutsch. Sein schlanker Komplize wird auf Anfang 20 und 1,80 Meter geschätzt. Auch er hat schwarzes, an den Seiten kurzes Haar. Er sprach gutes Deutsch und trug eine dunkle College-Jacke mit Kapuze. Er benutzte vermutlich eine Softairwaffe. Beide Täter hatten nach Angaben der Zeugen eine „arabische Erscheinung“.

Der später hinzugekommene dritte Unbekannte trug offenbar keine Waffe. Er war komplett schwarz gekleidet und sprach perfekt Deutsch. Er soll Anfang 20, schlank und etwa 1,80 Meter groß sein. Hinweise zum Geschehen oder zu den Tätern nimmt die Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße 1 oder telefonisch unter (0341) 9664 6666 entgegen.

Von nöß / maf

Leipzig, Am Kanal 51.327862 12.317102
Leipzig, Am Kanal
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