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Hartnäckige Gerüchte um Feuerteufel

Hartnäckige Gerüchte um Feuerteufel

Ein Vierteljahr nach der Serie von Brandstiftungen in Holzhausen verdichten sich Hinweise, dass die Feuerteufel ihren Aktionsradius ausgedehnt und womöglich auch den Großbrand im Februar im Eutritzscher Netto-Markt entfacht haben.

In Holzhausen kursieren Gerüchte, wonach zumindest ein Täter längst bekannt ist, aus Mangel an Beweisen aber nicht festgenommen werden kann.

"Seit November hat es fast jedes Wochenende gebrannt", erinnert sich Holzhausens Ortsvorsteherin Ursula Grimm (CDU). "Unsere Feuerwehr hatte in dieser Zeit doppelt so viele Einsätze wie sonst, die Ängste unserer Einwohner waren groß." Zunächst gingen überwiegend Mülltonnen in Flammen auf. Dann kam es innerhalb weniger Tage zu zwei Großbränden: Zunächst brannte in der Nacht zum 13. Dezember eine 300 Quadratmeter große Stallanlage an der Händelstraße, die Feuerwehr rettete dutzende Tiere vor einem qualvollen Tod, ein Auto wurde zerstört. Der Schaden allein hier: bis zu 15000 Euro. "Die Spurensicherung und akribische Tatortarbeit lassen den Schluss zu, dass es sich bei dieser Brandstiftung um zwei Tatverdächtigte handeln muss", erklärt Polizeisprecher Uwe Voigt auf LVZ-Anfrage.

Am 16. Dezember legte ein Brandstifter den Netto-Markt an der Hauptstraße in Schutt und Asche. "Auch hier wurde eine gründliche Tatortarbeit durchgeführt", so Voigt. "Da das Verfahren noch läuft, geben wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskünfte."

Allerdings prüfe die Kripo, ob es einen Zusammenhang zur Brandstiftung am 22. Februar dieses Jahres im Netto-Markt in der Eutritzscher Theresienstraße gibt. "Es handelt sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um die gleiche Begehungsweise", sagt der Polizeisprecher. Demnach brach das Feuer in beiden Fällen an der Laderampe aus, griff dann mit erheblichen Folgen auf das gesamte Gebäude über.

In Holzhausen halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Polizei einen der Brandstifter kenne, ihm aber nichts nachweisen könne. Überall, wo dieser Mann früher gewohnt habe, seien reihenweise Müllcontainer in Flammen aufgegangen - genauso wie seit Ende vorigen Jahres in Holzhausen. "Ich habe davon gehört", bejaht die Ortsvorsteherin. "Aber wir haben hundertprozentiges Vertrauen zur Polizei, die Beamten werden mit Sicherheit das Richtige tun." Uwe Voigt stellt dazu klar: "Die Polizei kann die Gerüchte zu einem angeblichen Tatverdächtigen nicht bestätigen."

Obwohl es in den vergangenen Wochen keine weiteren Brandstiftungen gab: Für eine Entwarnung ist es offenbar noch zu früh. "Vielleicht ist er vorläufig abgetaucht und schlägt in einem Vierteljahr wieder zu", fürchtet ein Anwohner. Erst Anfang dieser Woche sei die Polizei zur Ortschaftsratssitzung gewesen, berichtet Grimm. Die Beamten hätten empfohlen, Abfalltonnen nicht zu nahe an Hauswänden und Carports aufzustellen, um Feuerschäden möglichst gering zu halten.

Drängend ist für die Holzhausener auch, wie es mit der abgebrannten Netto-Halle weitergeht. "Dieser Markt in zentraler Lage fehlt uns wirklich", so Grimm. "Ein Neubau ist geplant." Ende März/Anfang April soll das Gelände beräumt werden. Viel später dürfe es nach Ansicht der Ortsvorsteherin aber nicht werden. Denn in den verkohlten Trümmern befinden sich noch immer etliche Lebensmittel wie beispielsweise verbranntes Fleisch. Durch die lange Frostperiode war das kein größeres Problem. "Aber so bald es wärmer wird", fürchtet Grimm, "ist mit Gestank und allerhand Ungeziefer zu rechnen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.03.2013

Frank Döring

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