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Hat die Polizei eine erste heiße Spur zum Feuerteufel von Leipzig-Holzhausen?

Hat die Polizei eine erste heiße Spur zum Feuerteufel von Leipzig-Holzhausen?

Die Polizei ist dem unheimlichen Serienbrandstifter von Holzhausen offenbar dicht auf der Spur. Monatelang terrorisierte der Unbekannte den beschaulichen Leipziger Ortsteil fast jede Nacht, doch seit fast sechs Wochen herrscht auffällige Ruhe.

Leipzig. Hatten die Ermittler etwa schon Kontakt zu dem mutmaßlichen Feuerteufel, wie mancher in Holzhausen glaubt? "Es wurde mit mindestens einer Person ein Gespräch geführt", bestätigte jetzt Polizeisprecher Uwe Voigt auf LVZ-Anfrage. "Einen konkreten Tatverdacht gibt es aber noch nicht."

Rückblick: Seit 2011 gab es in Holzhausen und dem benachbarten Liebertwolkwitz zusammen mehr als 70 Brandanschläge. Allein von Ende Februar bis Ende März zündelte der Feuerteufel in Holzhausen neun Mal. Besonders schlimm waren die Folgen auf dem Gnadenhof im Wiesenblumenweg, wo es zweimal brannte - am 26. Februar und 3. März - und über 100 Tiere starben. Der bislang letzte Anschlag fand am 31. März statt, eine Laube auf einem Wochenendgrundstück in der Grenzstraße ging in Flammen auf.

Obwohl der Serienzündler seither abgetaucht ist - von Erleichterung ist in Holzhausen nichts zu spüren. "Die Wochen mit den Bränden waren der reinste Horror, so lange der Täter nicht gefasst ist und sich noch auf freiem Fuß befindet, können wir uns nicht entspannen", sagte Achim Haas. Der Chef des CDU-Ortsverbandes war einer der Initiatoren der Initiative "Bürger für Holzhausen". Nacht für Nacht patrouillierten die Einwohner im Ort, bis die Polizei sie zurückpfiff. "Wir halten nach wie vor Augen und Ohren offen", so Haas. "Jeder hier fürchtet, dass es schon morgen wieder passieren kann." Mittlerweile haben viele Einwohner ihre Grundstücke aufgerüstet, etwa Kameras und Bewegungsmelder installiert.

Auch die Polizei hält ihre massive Präsenz aufrecht, betonte Behördensprecher Voigt. Allerdings werde die Strategie überarbeitet. So werde der Hubschrauber, der nachts über dem Ort kreiste, um mit einer Wärmebildkamera Bewegungen am Boden auszumachen, vorerst nicht mehr eingesetzt. Dafür kommt die Ermittlungsgruppe der Kripo gut voran. Insgesamt 33 Brandstiftungen in Holzhausen rechnet die Polizei dem Tatkomplex zu. Im Zuge des laufenden Ermittlungsverfahrens stießen die Beamten auf einen Mann, gegen den offenbar ein Anfangsverdacht vorliegt. Mit ihm sei zunächst geredet worden. Um eine Vernehmung habe es sich dabei aber noch nicht gehandelt, betonte Voigt. Die Ermittler seien auch nicht aufgrund der Spurenlage auf diese Person gestoßen.

Allerdings hat die Kriminaltechnik Hinweise gesichert, die eine Überführung des Serienbrandstifters möglich erscheinen lassen. "An den Tatorten wurden Spuren gesichert", so der Polizeisprecher. "Nicht alle sind auswertbar, aber es sind einige darunter, die uns hoffentlich weiterbringen. Die Kriminaltechniker haben hier mit sehr viel Akribie gearbeitet." Das auswertbare Spurenmaterial könnte abgeglichen werden mit den für die Taten in Frage kommenden Personen. Es wäre somit nicht zwingend notwendig, den Brandstifter auf frischer Tat zu stellen, um ihn zu überführen.

Eine weitere Brandstiftung in dem heimgesuchten Ortsteil soll vermieden werden. "Diese Fälle in Holzhausen bewegen uns als Polizei sehr", erklärte Voigt. "Wir wollen es um keinen Preis so weit kommen lassen, dass es wieder brennt und am Ende noch Menschen in akute Gefahr geraten."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12. Mai 2015.

Frank Döring

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