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Hauptzollamt: Drogen und Markenfälschungen zum Großteil am Flughafen Leipzig entdeckt

Hauptzollamt: Drogen und Markenfälschungen zum Großteil am Flughafen Leipzig entdeckt

Die Drogen verstecken sich in unauffällig aussehenden Skateboards oder Armreifen. Gefälschte Markenprodukte werden unter nichtssagenden No-Name-Labeln versteckt oder kartonweise als Originale deklariert.

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Kokainfund am Flughafen Leipzig/Halle. (Archivfoto)

Quelle: Polizei

Schkeuditz. Mehr als 2600 Fälle mit gefälschten Handys, Tablets und Designerware haben die Zöllner des Hauptzollamts Dresden im vergangenen Jahr registriert, wie die Behörde am Donnerstag in Schkeuditz mitteilte. Das seien 300 mehr als im Vorjahr und entspreche einem wirtschaftlichen Schaden von 9,2 Millionen Euro. Zugleich stellten die mehr als 1000 Zöllner fast 300 Kilogramm Drogen sicher - 100 Kilogramm mehr als 2012.

Anfang der Woche entdeckten die Zöllner 128 Paar Schuhe, die mit einem nichtssagenden Label ausgeliefert werden sollten. Als sie die Überklebungen jedoch abzogen, kam darunter das Zeichen eines bekannten Sportherstellers zum Vorschein. Die Billigware sollte als Markenprodukt auf den Markt gebracht werden.

Armreifen als Schmuggelversteck

Einen Großteil der Drogen und Markenfälschungen fanden die Zöllner in Frachtsendungen am Flughafen Leipzig/Halle. Dabei seien die Schmuggler sehr erfinderisch. „Das Gefühl, in einer Ware könnte nichts versteckt sein, habe ich mir schon lange abgewöhnt“, sagte Zöllner Matthias Knott. Er gehört zu dem 24-köpfigen Team, das am Flughafen gezielt Frachtpakete kontrolliert - etwa 200 am Tag.

Dabei setzen die Beamten auf ihre Erfahrung: Wer sind Absender und Empfänger, welcher Preis ist ausgewiesen, stimmen Gewicht und Verpackung mit gewöhnlichen Sendungen überein? „Pakete von privat an privat, die aus Nigeria nach China gesendet werden, prüfen wir generell“, nennt Knott ein Beispiel. In solchen Sendungen sei oft geschmuggeltes Elfenbein zu finden. Auch schlecht verarbeitete Armreifen auf Metall erregten den Verdacht der Zöllner - und tatsächlich: In Hohlräumen des Schmucks fanden sich 240 Gramm Heroin.

Werden solche Verstecke entdeckt und die illegale Ware kommt nie beim Empfänger an, wechselten Schmuggler oft die Strategie. Sie nutzen dann andere Luftrouten oder ersinnen neue Verstecke, berichten die Zöllner und nennen als Beispiel einen Fund von Ende Januar, als die Kontrolleure 45 Kilogramm Heroin eingewebt in Teppiche entdeckten. „Heroingefüllte Teppiche werden wir hier in den nächsten Jahren nicht mehr sehen. Das Versteck ist verbrannt“, sagt der Leiter für die Zollkontrollen, Werner Giertzsch.

Mehrarbeit für 110 Zöllner

Der Flughafen sei ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Hauptzollamts, das für die Regierungsbezirke Leipzig und Dresden zuständig ist, sagte Giertzsch. Allein im vergangenen Jahr sei der Umschlag am zweitgrößten deutschen Luftfrachtdrehkreuz um 2,7 Prozent auf 887.000 Tonnen gestiegen - Tendenz steigend. Das bedeute Mehrarbeit für die rund 110 Zöllner vor Ort. „Unsere Hauptaufgabe ist es, den Handel über Grenzen hinweg mit möglichst wenig Verzögerungen am Laufen zu halten“, sagt Zollamts-Sprecherin Heike Wilsdorf. Kriminalität und Schmuggelware mache nur einen Teil der Zuständigkeit aus. So habe das Hauptzollamt im Vorjahr knapp 1,1 Milliarde Euro an Steuern und Abgaben eingenommen.

dpa

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