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Polizeiticker Leipzig Hier ist Leipzig besonders kriminell
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Hier ist Leipzig besonders kriminell
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22:00 01.08.2018
Der aktuelle Kriminalitätsatlas für Leipzig: Vor allem im Stadtzentrum ist die Lage besonders angespannt. Quelle: Patrick Moye
Leipzig

Dieser Stadtplan zeigt, wo Leipzig aus statistischer Sicht besonders gefährlich ist: Überall dort, wo sich die Karte tiefrot färbt, ist die Kriminalitätsbelastung besonders hoch, ereignen sich mehr als 20 000 Straftaten pro 100 000 Einwohner. Kriminalitäts-Hotspot Nummer eins ist das Stadtzentrum (284 884 Fälle). Laut Polizei ist das keine Überraschung: Hier gibt es beispielsweise überdurchschnittlich viele Geschäfte und Lokale, etliche Passanten, Diskogänger und sonstige Nachtschwärmer. Straftaten wie Diebstahl, Zechprellerei, Betrug, aber auch Körperverletzung seien mithin an der Tagesordnung.

Auch Zentrum-Ost (79 809), Zentrum-Nord (45 688) und Zentrum-Südost (22 854) sowie Seehausen (26 748) und Möckern (25 115) gehören aktuell zu den roten Territorien. Knapp dahinter rangieren Zentrum-West (19 123) und -Süd (17 035), Neustadt-Neuschönefeld (18 746) und Volkmarsdorf (16 951). All diese Stadtteile liegen deutlich über dem Durchschnitt der Stadt Leipzig mit 13 900 Straftaten pro 100 000 Einwohner.

Und diese Werte haben nach Einschätzung des sächsischen Landeskriminalamts, welches das aktuelle Zahlenwerk für 2017 herausgab, durchaus Aussagekraft. Mit der sogenannten Häufigkeitszahl, die das Verhältnis zwischen Straftatenanfall und Bevölkerungszahl erfasst, lasse sich „ein einheitliches Maß für die Kriminalitätsbelastung“ darstellen, so die Behörde. „Der Atlas soll helfen, lokale Kriminalitätsschwerpunkte zu erkennen.“

Mehr Straftaten in lediglich elf Stadt- und Ortsteilen

Die gute Nachricht: In lediglich elf Stadt- und Ortsteilen haben die Straftaten zugenommen, sonst ging die Kriminalität überall zurück. Wie berichtet, waren die Fallzahlen in der Stadt Leipzig im Jahr 2017 um 10,4 Prozent gesunken. Insgesamt 79 383 Delikte erfasste die Polizei – 9232 weniger als im Rekordjahr 2016, als die Kriminalität in der Stadt um mehr als 20 Prozent auf 88 615 Fälle angewachsen war.

Allerdings befanden sich bis Ende März 2018 noch 20 972 Verfahren in Bearbeitung, die daher noch gar nicht in der aktuellen Kriminalitätsstatistik erfasst wurden.

Die meisten sogenannten Rohheitsdelikte, etwa Raub und Körperverletzung, sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit ereigneten sich erneut in der Innenstadt (341) sowie in Zentrum-Nord (319), -Ost (264) und Südost (248). Aber auch Paunsdorf (278), Neustadt-Neuschönefeld (250), Volkmarsdorf (233) und Grünau-Mitte (219) sind in dieser Hinsicht ein heißes Pflaster. Bei einfachen und schweren Diebstählen ragt neben dem Stadtzentrum – allein in der Innenstadt gab es 3165 Delikte – etwa Reudnitz-Thonberg mit insgesamt 2178 Fällen heraus.

Bemerkenswert: Gerade in Möckern ist die Zahl der Straftaten binnen eines Jahres so massiv angewachsen wie nirgendwo sonst im Stadtgebiet. Hier wurden 1048 Delikte mehr erfasst als im Jahr 2016. Zum Vergleich: In der Innenstadt gingen die Fallzahlen in dieser Größenordnung sogar zurück. „Der Stadtteil Möckern dürfte aufgrund der Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze derart auffallen, weil im Ortsteil mit der General-Olbricht-Kaserne eine Erstaufnahmeeinrichtung besteht und hier mithin viele Anzeigen wegen ausländerrechtlicher Verstöße verortet werden“, erklärt Polizeisprecher Andreas Loepki das Phänomen. Allein 1578 Delikte wurden erfasst. „Diese spielen für die Schwerpunktbeurteilung aber keine Rolle“, so Loepki. Auf ähnliche Weise gelangte 2016 Mockau-Nord ins Ranking der kriminalitätsbelasteten Stadtteile – hauptsächlich wegen der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber am Graf-Zeppelin-Ring.

Seehausen aus Sicht der Polizei kein Kriminalitätsschwerpunkt

Auch das beschauliche Seehausen gilt trotz des Top-Platzes im Kriminalitätsatlas nicht als Problemgebiet. Hier leben wenige Menschen, andererseits gibt es größere Gewerbeobjekte wie etwa den Globus-Markt, erläutert der Polizeisprecher, die ein Mehr an Kriminalität wie zum Beispiel Ladendiebstahl nach sich ziehen. „Daraus resultiert ein augenscheinliches Unverhältnis von Einwohnern und Straftaten“, stellt Loepki klar. Mithin sei Seehausen „qualitativ und quantitativ kein Schwerpunkt des hiesigen Kriminalitätsgeschehens.“

Von Frank Döring

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