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Polizeiticker Leipzig Hier ist die Stadt Leipzig besonders kriminell
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Hier ist die Stadt Leipzig besonders kriminell
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07:00 26.07.2017
Die Karte weist neun Stadtteile mit sehr hoher Kriminalitätsbelastung auf. Besonders im Zentrum ist die Lage außerordentlich angespannt.  Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Wo sich die Karte tiefrot färbt, ist Leipzig besonders gefährlich. Es sind die Stadtteile mit mehr als 20.000 Straftaten auf 100.000 Einwohner. Absoluter Negativspitzenreiter im Kriminalitätsatlas 2016 vom sächsischen Landeskriminalamt ist wie in auch in den Vorjahren das Zentrum. Hier stieg die Zahl der Delikte binnen eines Jahres um 1260 auf 6082. Die Statistik erfasst 266.404 Fälle auf 100.000 Einwohner. Nicht von ungefähr wurde hier schon vor einiger Zeit die Gemeinsame Ermittlungsgruppe „Bahnhof/Zentrum“ der Polizeidirektion Leipzig und der Bundespolizei ins Leben gerufen.

Die Karte weist neun Stadtteile mit sehr hoher Kriminalitätsbelastung auf. Besonders im Zentrum ist die Lage außerordentlich angespannt. Quelle: Grafik: Patrick Moye

Ähnlich angespannt ist die Lage in Zentrum-Nord (4731), Reudnitz-Thonberg (3685), Zentrum Südost (3218), Zentrum-Ost (3072 Fälle) und Neustadt-Neuschönefeld (2751). In Zentrum-Süd stieg die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 704 so dass aktuell 2747 Delikte zu Buche stehen. Die Südvorstadt (2860), Volkmarsdorf (2072), Altlindenau (3052), Plagwitz (2614), Connewitz (2348) und Paunsdorf (2364) rangieren in ähnlichen Größenordnungen. Während fast überall in der Stadt die Deliktzahlen wuchsen, tanzten einige Stadtteile aus der Reihe: In Leutzsch (1024) wurden 102 Straftaten weniger registriert, in Hartmannsdorf-Knautnaundorf sank die Deliktzahl um 10 auf 92, in Baalsdorf um 6 auf 68, in Marienbrunn um 1 auf 380, in Kleinzschocher ebenfalls um 1 auf 1283, in Burghausen-Rückmarsdorf um 17 auf 385, in Wahren um 17 auf 592, in Gohlis-Süd um 16 auf 2193.

Rohheitsdelikte im Zentrum

Die meisten sogenannten Rohheitsdelikte, etwa Raub und Körperverletzung, ereigneten sich im Stadtzentrum (399), gefolgt von Zentrum-Nord (359), Zentrum-Südost (349) und Neustadt-Neuschönefeld (331). Auch bei einfachem Diebstahl ist die Innenstadt ganz vorn (2154), dagegen führen Reudnitz-Thonberg (1612) und die Südvorstadt (1311) bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen. Schwerpunkte bei Sexualstraftaten sind neben der Innenstadt (26), Anger-Crottendorf (22) und Connewitz (18).

Tiefrot gefärbt sind aber nicht nur traditionelle Hotspots der Kriminalität wie eben das Stadtzentrum. So ist beispielsweise Mockau-Nord mit 2859 Delikten erfasst, das Plus zum Vorjahr fällt mit 2036 Fällen fast doppelt so hoch aus wie in der Innenstadt. Allerdings sind hier allein 1962 sogenannte Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze erfasst – fast ein Viertel aller Fälle in Leipzig. Laut LKA geht es da vor allem um ausländerrechtliche Verstöße und Rauschgiftdelikte. Eine mögliche Erklärung: 2016 wurde am Graf Zeppelin Ring in Mockau-Nord eine große Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber mit 600 Plätzen betrieben.

Seehausen: 36.000 Straftaten auf 100.000 Einwohner

Auch das beschauliche Seehausen ist erneut im roten Bereich: Die Statistik erfasst für den Ortsteil mit 2288 Einwohnern und gut 18 Quadratkilometern immerhin 36. 010 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2016 wurden 906 Delikte angezeigt, hier schlagen vor allem die 540 Fälle des einfachen Diebstahls zu Buche. Eine Erklärung dafür hatte Ortsvorsteher Berndt Böhlau schon voriges Jahr geliefert: „Wir haben hier die Messe und den Sachsenpark mit großflächigen Geschäften wie dem Globus. Da werden schnell mal die Finger lang gemacht.“

Insgesamt war die Zahl der Straftaten in Leipzig im Jahr 2016, wie berichtet, um mehr als 20 Prozent auf 88.615 gestiegen. Leipzig liegt damit im bundesweiten Kriminalitätsranking auf Rang zwei hinter Berlin.

Von Frank Döring

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