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Hochschwangere Ehefrau erstochen – Prozessauftakt in Leipzig

Bluttat in Lindenau Hochschwangere Ehefrau erstochen – Prozessauftakt in Leipzig

Aus Eifersucht soll ein 39 Jahre alter Afghane seine hochschwangere Frau umgebracht haben. Seit Donnerstag muss er sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Beim Prozessauftakt wurden grausige Details bekannt.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Rainer Wittner.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Tat klingt unfassbar. Ein inzwischen 39 Jahre alter Afghane soll seine hochschwangere Ehefrau  mit einem Messer erstochen haben. Der Grund: Eifersucht und Wut. Seit Donnerstag muss sich Ghulam Abas R. vor der ersten Strafkammer des Landgerichts Leipzig wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch  verantworten.
Zwischen dem mutmaßlichen Mörder und seiner Frau Mahin hatte es offenbar schon länger gekriselt. R. vermutete, dass das dritte, noch ungeborene, Kind der 34-Jährigen nicht von ihm sei. „Sie musste sogar auf den Koran schwören, nicht fremdzugehen“, berichtet Verteidiger Rainer Wittner. Die Frau habe zu ihrem Mann gesagt: „Du bist doch krank.“

Das Paar und die neun und elf Jahre alten Söhne, die Ende 2015 nach Deutschland einreisten, lebten in einer Wohnung der Caritas in der Uhlandstraße im Stadtteil Lindenau. Weil sich der Konflikt zwischen den Eheleuten immer weiter verschärfte, zog die Frau schließlich in eine Schutzwohnung, allerdings im selben Haus. Weshalb die Situation am 11. August des vergangenen Jahres schließlich eskalierte, ist noch unklar.

In Leipzig-Lindenau hat sich am Freitag offenbar ein Familiendrama zugetragen. Ein Mann erstach seine schwangere Ehefrau.

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In seiner Anklage beschreibt Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller die Tat so: R. habe ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge gezogen und viermal auf die Brust seiner Frau eingestochen. Die Obduktion ergab später einen Durchstich des Herzen. Die Frau hatte keine Chance.  „Der Angeklagte spielte sich damit zum Herrn über Leben und Tod auf“,  heißt es in der Anklage. Anschließend sei der Angeklagte ins Treppenhaus gegangen. Dort hätten ihn auch die beiden Söhne mit blutverschmierten Händen gesehen. Sie befinden sich inzwischen in staatlicher Obhut.

Stützte sich auf Krücken im Gerichtssaal: Ghulam Abas R.

Quelle: André Kempner

Im vierten Stock, so die Ermittlungen, öffnete der Afghane ein Fenster, stürzte sich in den Hof und überlebte schwerverletzt den Suizidversuch. Mit einem Beckenbruch und Fußverletzungen wurde er damals auf die Intensivstation einer Leipziger Klinik eingeliefert. Inzwischen wird er im Haftkrankenhaus behandelt. Zum Prozessauftakt erschien der 39-Jährige auf Krücken gestützt.

In seiner Anklage betonte Müller, dass R. seiner Frau zu Unrecht eine Affäre vorgeworfen habe. Das bestätigt auch ein gerichtsmedizinisches Gutachten. Der Angeklagte sei der Vater des ungeborenen Babys, einem Mädchen, gewesen. Die Frau befand sich am Tattag in der 32. Schwangerschaftswoche.

Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf hat bis zum 8. März noch vier Prozesstage eingeplant. Für den nächsten Verhandlungstag am 21. Februar hat Anwalt Wittner ein Geständnis seines Mandanten angekündigt.

Sabine Kreuz/Matthias Roth

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