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„Hoffen, dass nicht noch mehr Bomben gefunden werden“ - Bauarbeiten in Gohlis gehen weiter

„Hoffen, dass nicht noch mehr Bomben gefunden werden“ - Bauarbeiten in Gohlis gehen weiter

Leipzig. Seit zwei Wochen schauten sie auf der Baustelle in Leipzig-Gohlis in jede Baggerschaufel. Doch mit einem solch gewaltigen Fund hatten selbst die extra engagierten Kampfmittel-Spezialisten der Firma Geotech aus Delitzsch nicht gerechnet.

Gerade war mit dem Ausheben der künftigen Tiefgaragen-Einfahrt des Seniorenheims in der Lindenthaler Straße begonnen worden, da stießen die Bauarbeiter am Donnerstagvormittag auf eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

 

Die Sprengstoff-Experten, die vom Bauherr des Seniorenheims in Gohlis zur Überwachung der Erdarbeiten beauftragt worden waren, ließen die Fundstelle sofort sperren. Es habe sich um eine extrem brenzlige Situation gehandelt, berichtet Randi Friese von der Landespolizeidirektion in Dresden.

„Bei der Explosion einer Bombe dieser Größenordnung hätte das in einem Umkreis von rund 500 Metern enorme Auswirkungen gehabt“, so die Polizeisprecherin. Im dicht bebauten Wohngebiet rund um die Georg-Schumann-Straße wären Häuser schwer beschädigt worden, die Druckwelle noch in einem Kilometer Entfernung spürbar gewesen. Eine kontrollierte Sprengung sei deshalb nie eine Option gewesen, betont Friese.

„Das Gebiet im Leipziger Norden gilt eigentlich nicht als besonders exponiert für Bombenfunde“, erklärt die Mitarbeiterin der Landespolizeidirektion. Vor allem rund um die Innenstadt würden bei Bauarbeiten immer wieder Sprengkörper auftauchen.

„Aber im Zweiten Weltkrieg sind die Bomben überall hingefallen und teilweise ins Erdreich eingesunken, so dass man sie heute nicht mehr sieht“, so Friese. Bei größeren Bauvorhaben in Leipzig - so wie an der Lindenthaler Straße – werde deshalb empfohlen, dass die Erdarbeiten von privaten Firmen begleitet werden, die die Kampfmittelfreiheit überprüfen. Gesetzlich vorgeschrieben ist es jedoch nicht.

„Das Seniorenheim entsteht auf bislang unbebautem Gebiet. Es war nicht klar ob da was liegt“, sagt Ansgar Rensen von der Firma Semmelhaack in Elmshorn, die für den Bau des Gebäudes einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Mit Beginn der Erdarbeiten sei deshalb das auf Kampfmittelsuche spezialisierte Unternehmen Geotech aus Delitzsch engagiert worden.

Als die Bombe gefunden wurde, informierten die Mitarbeiter sofort den Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden. Die Baustelle und die umliegenden Straßen wurden abgesperrt, mehr als tausend Menschen mussten bis zur Entschärfung des Sprengkörpers am späten Abend ihre Häuser verlassen. „Dass ein Bombenfund so ein Riesenausmaß hat, mit einem Sperrkreis von 500 Metern, habe ich noch nie erlebt“, sagt der erfahrene Bauleiter Rensen.

Seit Freitagmorgen, 7.30 Uhr, wird auf der Baustelle in der Lindenthaler Straße schon wieder weitergearbeitet. Der entschärfte Sprengkörper wurde noch in der Nacht abtransportiert, ein mulmiges Gefühl bleibt jedoch zurück. Rensen: „Wir hoffen, dass nicht noch mehr Bomben gefunden werden.“

Robert Nößler

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