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Hooligans liefern sich Straßenschlacht in der Volkssport-Kreisklasse in Leipzig-Lausen

Hooligans liefern sich Straßenschlacht in der Volkssport-Kreisklasse in Leipzig-Lausen

Leipzig. Sie vermummten sich mit Sturmmasken und gingen mit Zaunlatten aufeinander los: Nach einem Fußballspiel der Volkssport-Kreisklasse in Lausen haben sich mehrere Dutzend Hooligans in der Zschocherschen Allee eine Straßenschlacht geliefert.

Die Kripo ermittelt wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs.

Es war am Abend des 14. Juni, als die Volkssportmannschaften der SG Lausen und von Roter Stern Leipzig (RSL) auf dem Sportplatz an der Zschocherschen Allee gegeneinander antraten. Nach einem leistungsgerechten 0:0 begann gegen 20 Uhr die dritte Halbzeit: Urplötzlich gingen 40 bis 50 RSL-Fans und eine Gruppe von etwa 30 unbekannten Schlägern aufeinander los. "Die haben noch gerufen: ,Nehmt die Kinder und Frauen weg!' und dann ging es los", schilderte Ingolf Schwiersch von der Abteilung Fußball der SG Lausen. "Auf beiden Seiten waren sie mit Sturmmasken und Mundschutz ausgerüstet."

Einige rannten zu benachbarten Grundstücken, rissen Zaunlatten heraus und bewaffneten sich damit. Es flogen Steine und Bierflaschen. "Was bei der SG Lausen passiert ist, hat in keiner Weise etwas mit Fußball zu tun", schrieb ein Augenzeuge in einem Internet-Forum. "Das war das Schlimmste, was mir in meinem Fußballfandasein vor die Augen kam. Da war nur noch Hass!" Ein Anwohner berichtete, dass es dem Verein nur mit großer Mühe gelang, die Schläger von seinem Gelände zu drängen und die Sicherheitstore zu schließen. "Ansonsten hätte es eine Katastrophe gegeben." Familien, Frauen, Kinder, die das Spiel verfolgt hatten, seien Stunden danach noch schockiert gewesen.

Die Polizei hat zu dem Fall bisher nichts offiziell mitgeteilt, verweist auf laufende Ermittlungen. Behördensprecher Ralph Härtwig bestätigte gestern auf LVZ-Anfrage "Auseinandersetzungen zwischen mehreren Personen". Es seien drei Autos und mehrere Zaunfelder beschädigt worden. Infos über Verletzte lägen nicht vor. Derzeit laufe bei der Kripo ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs gegen unbekannt. Zu den Hintergründen hält sich die Polizei bedeckt. Zeugenberichte, wer die Krawalle vom Zaun gebrochen hat, sind widersprüchlich.

"Es waren viele fremde Zuschauer da, die noch nie bei uns waren", so Lausen-Funktionär Schwiersch. "Zwischen denen und RSL-Fans kam es zu Auseinandersetzungen." Bei den Unbekannten, heißt es, könne es sich um Neonazis gehandelt haben, die wegen des linken RSL-Anhangs beim Spiel waren. In Internet-Communitys ist von "Kameraden" die Rede. Die Polizei äußerte sich dazu nicht, ebenso wenig Roter Stern.

"Es ist sehr traurig, dass so etwas jetzt schon in der Volkssport-Kreisklasse passiert", sagte Mike Mähler, Vorsitzender der SG Lausen. Szenekenner mutmaßen, dass die Hooligans gezielt ein Spiel der Freizeitkicker für ihre Krawalle ausgesucht hätten. Denn während selbst unterklassige Punktspiele schon von Polizei-Hundertschaften bewacht werden, war bei der Partie in Lausen kein einziger Beamter vor Ort. "Der Polizeidirektion lagen zu keinem Zeitpunkt Erkenntnisse über zu erwartende Störungen vor", so Härtwig. "Deshalb wurde das Spiel nicht mit in der Einsatzplanung berücksichtigt." Als alarmierte Beamte in Lausen eintrafen, waren die Schläger bereits weg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Frank Döring

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