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Horror-Unfall mit zwei Toten: A38 bei Leipzig wieder für Verkehr freigegeben

Horror-Unfall mit zwei Toten: A38 bei Leipzig wieder für Verkehr freigegeben

Leipzig. Ein Laster kracht durch die Mittelleitplanke und kippt auf der Gegenfahrbahn um. Die beiden Insassen, ein Vater und sein achtjähriger Sohn, kommen ums Leben.

Vier Menschen, die mit ihren Fahrzeugen in die Unfallstelle rasen, werden zum Teil schwerstverletzt. Nach dem Horror-Crash auf der Autobahn 38 bei Leipzig bietet sich den Rettern am Freitagmorgen ein erschütterndes Bild.

Die A38 gleicht einem Trümmerfeld. Wrackteile liegen zwischen den Anschlussstellen Leipzig-Süd und Neue Harth über beide Fahrspuren verteilt. Aus dem völlig demolierten Lastwagen müssen die Einsatzkräfte zwei Leichen bergen, einen 34-jährigen Mann aus Tschechien und seinen achtjährigen Sohn.

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Leipzig. Ein Laster kracht durch die Mittelleitplanke und kippt auf der Gegenfahrbahn um. Die beiden Insassen, ein Vater und sein Sohn, kommen ums Leben. Vier Menschen, die mit ihren Fahrzeugen in die Unfallstelle rasen, werden zum Teil schwerstverletzt. Nach dem Horror-Crash auf der Autobahn 38 bei Leipzig bietet sich den Rettern am Freitagmorgen ein erschütterndes Bild. Die Autobahn war bis zum Abend voll gesperrt.

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Gegen 4.45 Uhr waren die beiden mit ihrem Lkw auf der A38 (Göttingen-Leipzig) in Richtung Osten unterwegs, als der Fahrer aus bisher unbekannter Ursache die Kontrolle über seinen Sattelschlepper verliert. Der mit Lebensmitteln beladene Laster kracht in die rechte Leitplanke, durchbricht anschließend die Mittelleitplanke und bleibt seitlich auf der Gegenfahrbahn liegen. „Für beide kam jede Hilfe zu spät“, sagt Einsatzleiter Stefan Mörschner von der Feuerwehr, die mit mehr als 50 Kameraden aus Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau an der Unglücksstelle eintrifft.

Autofahrer leisten erste Hilfe

Ein weiterer Lkw-Fahrer aus Tschechien kann dem verunglückten Lastwagen nicht mehr ausweichen. Sein Fahrzeug kracht ebenso in die Unfallstelle wie vier weitere Pkw. Der 35-jährige Lkw-Fahrer wird schwer verletzt, ebenso wie eine 33-jährige Polizistin aus Leipzig, die privat mit ihrem Auto unterwegs war. Auch zwei Männer im Alter von 32 erleiden schwere Verletzungen und kommen ins Krankenhaus.

„Es ist Wahnsinn“, sagt Anne Preuß, die an der Unfallstelle zusammen mit anderen Autofahrern erste Hilfe leistet. „Wir sind als zweites Auto ran gefahren. Durch unseren Scheinwerfer haben wir dann gesehen, dass ein Mann vorm Lkw auf der linken Fahrseite liegt“, erzählt die junge Frau, die nach der Katastrophe noch unter Schock steht. Die Bundeswehrangehörige ist an diesem Morgen in Richtung Göttingen unterwegs, als sich vor ihren Augen die Tragödie ereignet. Anne Preuß und ihre drei Mitfahrer haben Glück: „Wenn wir eher gefahren wären, wir fahren immer 4.30 Uhr nach Erfurt zur Arbeit, wäre es vielleicht eng geworden.“

Vollsperrung sorgt für Verkehrschaos

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Die A38 musste zur Bergung voll gesperrt werden.

Quelle: dpa

Wegen der Bergungsarbeiten wird die A38 in beiden Richtungen voll gesperrt. Dutzende Einsatzkräfte sind vor Ort, beseitigen die Trümmer und begutachten die Wracks. Gegen 15 Uhr beginnt die Bergung des durch die Wucht des Aufpralls auseinander gebrochenen Lastwagens mit Hilfe eines Krans. „Die Bergung der Fahrzeuge und Rekonstruktion des Unfalls ist äußerst kompliziert“, erklärt Christian Mörschke, Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen, gegenüber LVZ-Online. Die Sperrung dauerte bis zum frühen Abend an. Gegen 18.30 Uhr konnte die Strecke, zunächst mit begrenzter Geschwindigkeit, wieder freigegeben werden, hieß es am Abend von der Polizeidirektion Westsachsen.

Auf den Ausweichstrecken im Leipziger Süden, den Bundesstraßen 2, 87 und 186 bildeten sich lange Staus. Die Polizei empfahl daher, die A38 weiträumig über die A9 und A14 zu umfahren. Fest steht bereits: Da die demolierten Leitplanken ersetzt und Öllachen beseitigt werden müssen, soll in den nächsten Tagen die Geschwindigkeit an der Unglücksstelle reduziert bleiben. Die Schadenshöhe ist bislang noch nicht ermittelt.

Fahrtenschreiber des Unglücks-Lkw wird ausgewertet

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Schwerer Unfall auf der A38 bei Leipzig: Ein Lkw durchbricht am Freitagmorgen die Leitplanke und kippt um. Die beiden Insassen kommen dabei ums Leben.

Quelle: Holger Baumgärtner

Noch am Vormittag sind die beiden Leichen in die Rechtsmedizin nach Leipzig gebracht worden. Laut Polizei soll durch DNA-Proben die Identität der Opfer zweifelsfrei geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. Warum es zu der Tragödie kam, ist bislang jedoch noch unklar. Hierfür sollen in den nächsten Tagen Ersthelfer und Augenzeugen befragt werden. Möglicherweise hat Übermüdung bei dem Unfall eine Rolle gespielt. Auch der Fahrtenschreiber des Lkw wird deshalb ausgewertet.

Die Fahrbahn der A38 war zum Unfallzeitpunkt jedenfalls trocken, heißt es von der Polizei. Erst später entlädt sich über der Autobahn und den Unglückshelfern ein heftiger Regenschauer. „Es ist wirklich schockierend, wie so etwas passieren kann“, sagt Anne Preuß.

Robert Nößler/chl

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