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Polizeiticker Leipzig Hotelbrand bei Leipzig – Gäste des Quesitzer "Kastanienhof" retten sich
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Hotelbrand bei Leipzig – Gäste des Quesitzer "Kastanienhof" retten sich
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23:05 21.04.2016
Feuer im Kastanienhof in Quesitz. Quelle: Frank Schmidt
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Markranstädt/Leipzig

Die Gäste des Hotels "Kastanienhof" im Markranstädter Ortsteil Quesitz sind in der Nacht zum Donnerstag nur mit Glück einer Feuerkatastrophe entkommen. Während die Reisenden in ihren Betten schliefen, verschafften sich Unbekannte Zutritt zum Gebäude an der Bundestraße 87 und steckten den Dachstuhl des Gebäudes in Brand. Flammen schlugen bald weithin sichtbar in die Nacht. Zudem wurde ein unmittelbar in der Nähe geparkter Lieferwagen angezündet.

Dank des Rauchmelder-Alarms und der Umsicht des Besitzers, der sein Hotel sofort evakuieren ließ, kamen die 26 Gäste und das Herbergspersonal weitgehend mit dem Schrecken davon. Lediglich einer der Reisenden und ein Feuerwehrmann erlitten bei der Brandbekämpfung leichte Verletzungen, so die Polizei. Die Rettungskräfte kamen aus der ganzen Umgebung, waren mit mehr als 60 Kameraden vor Ort und benötigten bis 6.30 Uhr, um alle Glutnester abzulöschen. Der Dachstuhl wurde durch das Feuer schwer beschädigt, hieß es. Die darunterliegenden Etagen blieben dank des Einsatzes der Rettungskräfte in Takt.

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Feuer im Hotel.

Am Donnerstagvormittag nahmen Brandermittler ihre Arbeit am Tatort auf. Nach ersten Erkenntnissen der Experten sollen die Täter gegen Mitternacht eine Nebentür des Gebäudes aufgebrochen haben und so ins Gebäude gekommen sein. Dazu passt: Ein Anwohner erinnerte sich, um 0.15 Uhr einen lauten Knall gehört zu haben. Anschließend soll der Dachstuhl des Hotels sofort lichterloh und vergleichsweise gleichmäßig gebrannt haben. Auch Stadtwehrleiter Thomas Haetscher sagte: „Als wir ankamen, stand schon der ganze Dachstuhl in Flammen“. Indizien für eine gezielte Brandstiftung.

Die Kriminalpolizei befragte am Donnerstag weitere Anwohner und fand eine erste Spur: „Ein Zeuge sah zum ungefähren Zeitpunkt des Feuerausbruchs ein Fahrzeug davon fahren“, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki. Der Beobachter reagierte geistesgegenwärtig und schrieb sich das Kennzeichen auf. Das Auto konnte noch am Donnerstagvormittag in der Nähe des Tatorts sichergestellt werden. „Es wird nun kriminaltechnisch untersucht“, so der Behördensprecher weiter. Ob diese Spur auch zu den Tätern führt, ist aber nicht sicher. Aufgrund der Nähe zur Autobahnauffahrt könnten die Brandstifter aber auch entkommen sein, so Loepki.

Viele der betroffenen 26 Hotelgäste waren Handwerker, darunter auch Experten für Dachbeschichtung aus dem brandenburgischen Storkow. Als diese in aller Eile das Gebäude verließen, mussten sie feststellen, dass ihr in der Nähe des Hotels geparktes Firmenfahrzeug ebenfalls angezündet worden war. „Wir haben sehr viel in der Region zu tun, unsere Mitarbeiter schlafen deshalb regelmäßig in diesem Hotel“, sagte eine Firmen-Sprecherin. Warum die Täter es auf das Auto abgesehen hatten, blieb noch unklar. „Wir hoffen, dass die Ermittlungen der Polizei Aufschluss geben“, so die Sprecherin weiter. Wie LVZ.de erfuhr, zieht die Polizei dabei auch mögliche Konkurrenzrangeleien in der Handwerkerbranche in Betracht.

Sicher ist zumindest: Die zwischenzeitlichen Planungen des Landkreises, dieses früher auch als Swingerclub „Chateau Inez“ genutzte Gebäude in ein Flüchtlingsheim zu verwandeln, spielten bei der Motivation der Täter wohl keine Rolle. „Es liegen keine Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv vor“, hieß es am Donnerstag von Seiten der Polizei.

Matthias Roth / Jörg ter Vehn / Matthias Puppe

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Am Donnerstamorgen (21.04.2016) zeigte sich in Quesitz das Ausmaß der Zerstörung: Der Dachstuhl des Hotels Kastanienhofs ist zerstört, auch ein Auto wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Foto: André Kempner
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