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„Ich dachte, ich sehe ihn nicht wieder“ – Zeugin schildert Angriff bei Brand an Villa Hasenholz

„Ich dachte, ich sehe ihn nicht wieder“ – Zeugin schildert Angriff bei Brand an Villa Hasenholz

Nach dem Übergriff auf Passanten am Rande des Brandes in Leipzig-Leutzsch hat sich am Montag eine Augenzeugin bei LVZ-Online gemeldet und die bisherige – auf Angaben der Polizei beruhende – Darstellung korrigiert.

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(Symbolbild/Archiv)

Quelle: dpa

Leipzig. Demnach gab es bei dem Vorfall lediglich einen Verletzten. Zudem schilderte sie eindringlich den Tathergang.

Lena Jahn* und ihr 35-jähriger Freund, das spätere Opfer, wollten schlicht ihre bürgerliche Pflicht tun. Sie waren in der Nacht zu Sonntag gegen 0.45 Uhr mit dem Auto in Richtung Wahren unterwegs, als sie am Straßenrand ein seltsames helles Leuchten sahen. Besorgt wendeten sie ihr Fahrzeug, stiegen aus und entdeckten schließlich das Feuer in einer leerstehenden Garage in ummittelbarer Nähe zur Villa Hasenholz. Sofort alarmierten sie die Feuerwehr. Bis zum Eintreffen der Brandbekämpfer wollten sie warten. „Das macht man ja wohl so“, sagt Jahn im Rückblick.

Weil sie sich nicht sicher waren, ob das Feuer auf die Villa Hasenholz übergreifen würde, lief Jahn zu der Künstlerresidenz, um Alarm zu schlagen. Mehrfach klingelte sie, aber offenbar war keiner dort. Nach drei bis vier Minuten sei sie zurück zu ihrem Freund gelaufen. „Er war plötzlich von zwei Kerlen umringt, die ihn schubsten. Ich bin dann hingerannt, aber als ich näher kam, habe ich festgestellt, dass die sogar zu viert sind“, erklärt Jahn den Hergang. Die Männer waren mit einem Kleinwagen gekommen, der Fahrer blieb beim Auto. Dann sei sie zunächst zurück zu ihrem eigenen Pkw, um an ihr Handy zu kommen. Leider habe den Schlüssel aber ihr Freund gehabt.

Einer der Schläger filmte die Tat

„Anschließend habe ich gesehen, wie einer der Männer auf meinen Freund springt. Ich dachte, ich sehe ihn nicht wieder. Dann rief ich um Hilfe“, beschreibt die Studentin die schrecklichen Augenblicke. Einer der Angreifer habe die Attacke sogar noch gefilmt. Zwischenzeitlich habe ein weiterer Autofahrer angehalten, sich das Kennzeichen des Kleinwagens notiert, an dem noch der fünfte Täter stand, und auch die Polizei alarmiert. In der Mitteilung der Polizei war fälschlicherweise berichtet worden, dieser Zeuge sei ebenfalls angegriffen und misshandelt worden.

Irgendwann ließen die Männer von ihrem Opfer ab und wollten abfahren. Jahns Freund schaltete jedoch schnell, holte sein Handy aus der Tasche und wollte das Auto fotografieren. Die Täter hätten dies bemerkt, seien zurückgekommen und hätten den 35-jährigen erneut über die Straße gezogen. Das Handy nahmen sie ihm ab, einen herausgefallenen Schlüsselbund schmissen die Schläger ins Feuer. Bei ihrer endgültigen Flucht hätten die Täter ihren Freund dann sogar fast noch absichtlich überfahren, so Jahn.

Opfer warnte die Täter, nicht so nah ans Feuer zu treten

 

Anlass für den Übergriff sei eine Nichtigkeit gewesen. So habe ihr Freund die völlig betrunkenen Männer gewarnt, nicht zu nah ans Feuer zu gehen, da dort ja auch Gasflaschen gelagert sein könnten. Die Täter seien zuvor immer näher an den Brand getreten, um Flaschen und Anderes hinein zu werfen.

Ob die Männer den Brand möglicherweise sogar gelegt haben, ist bislang unbekannt. Die Kriminalpolizei geht jedenfalls von Brandstiftung aus. Die Polizei nahm drei der fünf mutmaßlichen Schläger noch am Sonntag fest, wie ein Polizeisprecher gegenüber LVZ-Online am Montagabend noch einmal bestätigte. Gegen alle drei wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Die drei Zeugen identifizierten sie bereits.

Der Freund von Lena Jahn muss indes bis zum Ende des Jahres auf Krücken laufen. „Sein Knie ist kaputt, es muss ein künstliches Band eingesetzt werden. Außerdem hat er mehrere Platz- und Schürfwunden erlitten“, sagt die Studentin. Sie ist froh, dass er am Dienstag zumindest erst einmal wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird und nach Hause kommt.

* Name von der Redaktion geändert

Alexander Laboda

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