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"Ich sah das Unheil schon kommen": Prozess gegen Unfallverursacherin wird fortgesetzt

"Ich sah das Unheil schon kommen": Prozess gegen Unfallverursacherin wird fortgesetzt

Es war etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht, als sich Köchin Sandy S. von ihren Kollegen in einem Markranstädter Lokal verabschiedete. Nach ihrer Spätschicht stieg sie in einen Audi A8, um von ihrer Arbeitsstelle via Bundesstraße 87 - am Kulkwitzer See entlang - nach Hause zu fahren.

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Quelle: Friso Gentsch/Symbolbild

Leipzig. Doch unweit vom Ortseingang Leipzig-Grünau kollidierte der Pkw gegen 23.40 Uhr am 20. Oktober vorigen Jahres mit einem entgegenkommenden Motorrad.

Der Zusammenstoß war so heftig, dass der 43 Jahre alte Kradfahrer noch am Unfallort starb. "Es tut mir schrecklich leid - alles", sagte die 31-jährige Frau gestern unter Tränen am Amtsgericht, wo ihr der Prozess wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs gemacht wurde.

Staatsanwalt Harald Römmer lastete der Mutter von neunjährigen Zwillingen an, trotz eingeschränkter Sicht überholt zu haben. Zudem habe sie die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern überschritten. Laut Anklage hatte in einer langgezogenen Rechtskurve zunächst ein Kollege der Köchin mit seinem BMW einen Twingo überholt, anschließend sie selbst im A 8.

"Ich sah das Unheil schon kommen", berichtete gestern Twingo-Fahrer Christian B. (34) vor Gericht. Er sei mit einem Leihauto unterwegs gewesen, habe sich deshalb an das vorgeschriebene Tempo von zunächst 60, dann 80 Stundenkilometern gehalten. "Es gibt Ärger, wenn man da geblitzt wird", meinte der Zeuge. Aus diesem Grund habe er sich auch nicht drängeln lassen, als zunächst der BMW sehr dicht aufgerückt sei. "Ich sagte mir: Ich fahr' nicht schneller." Dann sei erst dieser Wagen vorbeigezogen, anschließend der Audi. "Da verlangsamte ich meine Fahrt. Und schon knallte es unheimlich laut. Es gab Nebel und einen Funkenregen. Man hat gar nichts mehr gesehen."

BMW-Fahrer Stefan T. räumte gestern ein: "Es war sinnlos, dass ich überholt habe, denn der Twingo hatte ja schon Tempo 80 drauf." Also müsse er wohl bis auf 100 Stundenkilometer beschleunigt haben. "Ich schätzte die Kurve falsch ein, sie war noch gar nicht zu Ende, als ich zu überholen begann. Das war auch für mich riskant. Aber ich wollte einfach nach Hause", so der 28-jährige Restaurantfachmann.

Die Angeklagte selbst kann sich an die exakten Details des Unfallhergangs nicht erinnern, betonte aber: "Ich habe das Motorrad absolut nicht gesehen." Sie versuchte gestern, den Blick auf die ihr direkt gegenübersitzenden Prozessbeteiligten weitgehend zu vermeiden: die Mutter des Unfallopfers sowie dessen 16 Jahre alten Sohn. Beide sind Nebenkläger. Weil eine Zeugin unentschuldigt nicht erschien, wird der Prozess am 27. November fortgesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Sabine Kreuz

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